Regelmäßiges Walking in der Schwangerschaft steigert das Wohlbefinden


Nachdem ich heute wieder 10 Kilometer Walking geschafft habe und mich sehr, sehr gut fühle, schreibe ich heute mal über den Zusammenhang zwischen sportlicher Betätigung und körperlichem Wohlbefinden.

Zugegeben in den ersten drei Monaten habe ich nur sehr moderat Sport getrieben. Der aktivste Muskel meines Körpers war der Kaumuskel und die körperliche Leistung bestand einzig darin, mich zu unserer Wohnung ins 4. OG zu schleppen und mit mir selbst Burger & Schnitzel wettzuessen.

Erst nach dem dezenten Hinweis durch meinen männlichen Allgemeinarzt auf die durchschnittliche Zunahme während einer Schwangerschaft, habe ich meine Fressattacken zurückgefahren und wieder regelmäßig angefangen Sport zu treiben.

Die ersten drei bis vier Monate ging es mir auch nicht wirklich gut. Körperlich fühlte ich mich einfach nur schlapp, hatte eine Mittelohrentzündung und war überhaupt nicht gut drauf. Seelisch durchlebte ich im Büro eine schwere Zeit. Durch einen Eigentümerwechsel bei meinem Arbeitgeber, wurden 70 % meiner Kollegen gekündigt und ich aufgrund meiner Schwangerschaft von meinem Job als Community Manager abgezogen. Das verdaut man schon in einem „normalen“ Zustand sehr schwer.

Ich habe in dieser Zeit viel geweint, begleitet von Lustlosigkeit und extremen Kopfschmerzen. Und das die seelische Beeinträchtigung die Bahn für körperliche Schwächung frei macht, habe ich eben dann an der Mittelohrentzündung gemerkt. Nachdem ich diese ohne Medikamente überstanden hatte, fing ich also wieder an mit Sport. Der Sport hat mir geholfen, vom Job Abstand zu nehmen.

Joggingstrecke an der IsarIch fing wieder an mit joggen, für mich kein Problem, da ich vor der Schwangerschaft schon laufen war. Ich lief sehr langsam, aber bekam mein Puls nicht unter Kontrolle. Zudem hatte ich das Gefühl der Bauch und die Brüste, die ja nun doch ordentlich gewachsen sind, bewegten sich total unkontrolliert und machten das Joggen nicht einfacher. Nachdem durch die Erschütterungen auch meine Knie schnell schmerzten und der Druck auf die Blase stieg, entschied ich mich, einfach auf Walking umzusteigen.

Nike LaufschuheUnd so wurden auf 4 km joggen, 8 km Walking und da das so super funktionierte, nutzte ich die wunderschöne Strecke an der Isar und baute immer weiter auf: 9 km, 10 km, 11 km und schließlich 12 km. Kurze Strecken absolvierte ich abends nach dem Büro, lange Strecken früh morgens am Wochenende. Es kommt vor, dass ich Samstag 06:30 Uhr wach werde und dann meine 12,5 km laufe, die dann auch schon mal 01 h 58 min in Anspruch nehmen. Für meinen Freund ist das kein Problem, dann kann er ausschlafen und wenn ich wieder da bin, gibt es Frühstück.

Seit ich regelmäßig walke, geht es mir super. Mein Gewicht habe ich unter Kontrolle, ich fühle mich super fit, bis auf die minimalen Beeinträchtigungen beim Treppen steigen. Selbst von Wassereinlagerungen bin ich bisher fast komplett verschont geblieben.

Laufdokumentation mit RuntasticDa ich ein Geek bin, starte ich natürlich auch nur gut ausgerüstet zu meinen Walking-Runden. Zur Messung der Laufstrecke habe ich mich für die Runtastic App entschieden, dazu kann man für 50 EUR auch einen Brustgurt kaufen, der über die App den Puls anzeigt. Somit bleibe ich immer schön im grünen Bereich. Zudem habe ich nun 2 Hanteln (je 1,5 kg), die für das Joggen geeignet sind und die sich leicht tragen lassen.

Das ich mich für Hanteln und nicht für Stöcke entschieden habe, hat was mit Würde und Anstand zu tun. Irgendwie musste ich mich ja von den stöckeschwingenden und dauerschwatzenden Frauen im Jogginganzug aus Ballonseide unterscheiden. 🙂

Ich kann jeder Frau nur empfehlen, während der Schwangerschaft regelmäßig zu walken. Nach Rücksprache mit meiner Frauenärztin und meiner Hebamme ist auch die Distanz von 12 km kein Problem für mich und mein Kind. Wie bei vielen Dingen in der Schwangerschaft gilt auch hier: Was der Mutter gut tut, ist auch für das Kind gut.

Autor: Mareike Wüste

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2 Kommentare

  1. fraukrausze · Mai 21, 2014

    Kann dir nur zustimmen. Ich gehe zwar nicht walken, dafür aber 3x die Woche schwimmen. Mit einem wasserfesten mp3-Player vergesse ich sogar, die Kacheln zu zählen. Mal sehen, vielleicht raffe ich mich auch wieder zum walken auf. Bekommen ist es mir gut vor der Schwangerschaft und nach deinem Bericht hab ich sogar wieder ein wenig Lust darauf bekommen. Die Stöcke wegzulassen ist übrigens eine weise Entscheidung 😀

    • Mareike Wueste · Mai 21, 2014

      Schwimmen ist sicher auch super und wahrscheinlich noch schonender für die Gelenke als Walking. Überlege mir jetzt auch, in meinem Urlaub mal vormittags schwimmen zu gehen. Allerdings habe ich keinen wasserfesten mp3-Player, aber da ich nicht so oft schwimme, ist das vielleicht auch gut so. 🙂

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