Vom Haare färben, Kaffee trinken und weiteren Todsünden in der Schwangerschaft


Nachdem ich nun mehrmals  angesprochen wurde, ob ich mir in der Schwangerschaft die Haare färben dürfte, kann ich nur eins sagen:

Natürlich darf ich! Es gibt kein Gesetz in Deutschland, dass es Schwangeren untersagt die Haare zu färben, Kaffee zu trinken oder mehr als 10 Kilo zuzunehmen. Auch wenn es sich einige wünschen, aber für sowas kommt man zum Glück noch nicht ins Gefängnis oder muss so horrende Strafen zahlen, dass man sich einen Friseurbesuch eh nicht mehr leisten kann.

Alle Entscheidungen die ich in der Schwangerschaft treffe, treffe ich aus Überzeugung. Ich recherchiere vorher, frage meine Frauenärztin oder Hebamme und entscheide mich dann für oder gegen etwas. Und wenn beide sagen: Haare färben geht, Kaffee geht, 10 km walken geht auch und der Gewichtsverlauf ist noch nicht dramatisch, dann sehe ich nicht ein, warum ich darauf verzichten sollte oder deswegen Panik schieben sollte.

Wer Frauen indirekt Vorwürfe macht, dass sie sich die Haare färben, eine Tasse Kaffee am Tag trinken oder mehr als 10 Kilo in der Schwangerschaft zunehmen, sollte Frauen, die Schwangerschaftsdiabetes bekommen, wohl gleich beim Jugendamt wegen Kindesmisshandlung anzeigen. Werden Frauen zur Rechenschaft gezogen, wenn sie ab dem 3. Monat jede überflüssige Bewegung abstellen, auf der Couch hocken und jeden Abend Pizza essen und eine Schwangerschaft als Krankheit darstellen? Ich glaube nicht.

Keep CalmDas ich in der Schwangerschaft auf Alkohol oder Rauchen verzichte, ist ebenso selbstverständlich, wie rohes Fleisch oder rohen Fisch zu meiden. Auch Schmerztabletten, Eis, Rohmilchprodukte und leckeres Tiramisu sind tabu. Selbst mein Kaffeekonsum beschränkt sich in Summe auf eine Tasse über den Tag verteilt.

Ich denke Schwangere machen sich ausreichend Gedanken darüber, was sie können und was nicht. Da müssen nicht noch Außenstehende mit vielsagenden Blicken oder Ammenmärchen aufwarten.

Und wenn ich mir manchmal Unterhaltungen von Frauen in Foren anschaue, bin ich der Überzeugung, dass manche Frauen wirklich einfach im Bett bleiben sollten, allerdings bis zum Lebensende, denn die Paranoia die sie da an den Tag legen und damit andere noch verunsichern, ist absolut unverständlich.

Ich fühle mich als Schwangere in Deutschland sehr gut aufgehoben und dank der monatlichen Untersuchungen beim Frauenarzt, der Organscreenings und ausführlichen Recherche in Büchern, der guten App von BabyCenter, sowie auf seriösen Seiten rund um das Thema „Schwangerschaft“ kann eigentlich nichts passieren.

Jede Frau muss für sich selbst entscheiden, ob sie sich neun Monate über alles den Kopf zerbricht oder ob sie manchmal einfach ihrer Intuition folgt und Außenstehende einfach ignoriert.

Für mich gilt: Solange es Schwangere gibt, die reiten, snowboarden oder Auto fahren, solange kann ich auch noch meine Haare färben und 10 km walken gehen 🙂

Autor: Mareike Wüste

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Ein Kommentar

  1. roboneko · Mai 22, 2014

    Hachja, davon könnte ich auch ein Lied singen. Am Anfang der Schwangerschaft war Cola so relativ das einzige, was gegen die rund-um-die-Uhr-Übelkeit bis zur 20. Woche half. Also trank meine Frau halt alle paar Tage mal ne Dose Cola. Zum Glück war da von der Schwangerschaft noch nix zu sehen. Und jetzt am Ende der Schwangerschaft teilen wir uns ab und zu mal einen halben Liter(!) Cola, weil der Zucker gut gegen Kreislaufprobleme hilft. Die Blicke von anderen Müttern sind teilweise schon echt grenzwertig… So nach dem Motto: „Typisch Teenie, der ungeplant schwanger wurde“ (Ist klar, meine Frau ist Mitte 20 und unsere Kleine ist ein absolutes Wunschkind).

    Aber es wäre ja nicht Mecker-Deutschland, wenn es solche Erlebnisse nicht geben würde, oder? 😛

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