Noch in der Schwangerschaft: Erste Hilfe Kurs für Säuglinge und Kleinkinder


Erste Hilfe am KindZwar ist die Zeit vor der Geburt vollgepackt mit Einkäufen für die Erstausstattung, Untersuchungen, Erledigungen von Behördenkram und Einrichten der Wohnung, aber trotzdem habe ich mich entschieden in meinem Urlaub noch einen Erste Hilfe Kurs für Säuglinge und Kleinkinder zu absolvieren.

Ich habe einen Abendkurs gewählt, da ich aktuell keine Lust habe ein ganzes Wochenende jegliche Art von Verbänden zu üben. Mein Anspruch bei der Wahl des Kurses war, dass ich nach dem Abend die wichtigsten Basics kenne und mit einem gewissen Maß an Sicherheit nach Hause gehe.

Mein Kurs wurde von der Hebammengemeinschaft im Kriechbaumhof in München-Haidhausen angeboten und fand in der schnuckligen DAV-Hütte im Kriechbaumhof mitten in Haidhausen statt, von mir also nur 3 Minuten zu Fuß entfernt. Der Kurs wurde von einer Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizin durchgeführt und da es auch um praktische Übung ging, waren nur sieben Teilnehmer im Kurs. Für mich war es ideal, da ich ausgiebig Wiederbelebungsmaßnahmen an den drei Übungspuppen vornehmen konnte.

Es wurde theoretisches Wissen und praktische Übungen vermittelt für:

  • Wiederbelebungsmaßnahmen bei einem Säugling
  • Wiederbelebungsmaßnahmen bei einem Kleinkind
  • Maßnahmen, wenn das Kind etwas verschluckt

Eine Übersicht an Informationen und Maßnahmen zu Themen wie:

  • Pseudokrupp Husten
  • Atemnot
  • Bauchschmerzen
  • Fieber und Fieberkrämpfen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blutungen
  • Elektrounfälle
  • Verbrennungen und Verbrühungen
  • Amputationsverletzungen
  • Bisswunden
  • Platz- und Rißwunden
  • Fremdkörperverletzungen
  • Vergiftungen
  • und vieles mehr

Auch den plötzlichen Kindstod haben wir durchgesprochen, aber da dieser ja meist nachts eintritt, ist es so gut wie unmöglich, diesen zu bekämpfen. Sehr wichtig ist hier das Ausschalten von Risikofaktoren, damit dass Kind sicher die kritischen ersten Monate übersteht. Auch wenn statistisch erwiesen ist, dass Jungs öfters betroffen sind, als Mädchen, so hoffe ich doch, dass der Kelch an Fritzi vorüber geht. Ich minimiere das Risiko, alles darüber hinaus ist, wie unsere Kursleiterin sagt, leider Schicksal.

Für mich gilt nun, dass Erlernte immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, damit ich nicht alles über die Geburt hinaus vergesse. Die Ärztin meinte zudem aus Erfahrung, dass sich Eltern immer auf ihre Intuition verlassen und damit fast immer das richtige tun. Wichtig ist vor allem, dass im Ernstfall immer der Notarzt gerufen werden sollte. Besonders bei kritischen Fällen sollte davon abgesehen werden, dass Eltern mit ihren Kindern in die Klinik fahren. Wenn der Notarzt den Transport des Kindes veranlasst, weiß das Krankenhaus gleich Bescheid und kann dem Kind die notwendige Priorität einräumen, zudem fährt der Rettungswagen meist auch gleich in eine Kinderklinik. So wusste ich nicht, dass meine Geburtsklinik „Rechts der Isar“, die nur 500 m von mir entfernt ist und eine relativ große Universitätsklinik ist, zwar über eine Neugeborenen-Intensivstation verfügt, aber keine Kinderklinik hat.

Ich kann jeder Schwangeren oder frischgebackenen Mutter nur empfehlen, an so einem Kurs teilzunehmen. Mein Kurs kostete 25 Euro, für vier Stunden Theorie und Praxis in einer sehr kleinen Gruppe fand ich das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut.

Ich bin froh, dass ich diesen Kurs gemacht habe und überlege mir, ob ich in einem Jahr nicht wieder eine Auffrischung mache, dann natürlich mit Fritzi 🙂

Autor: Mareike Wüste

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2 Kommentare

  1. Stadtneurotiker · Juni 19, 2014

    Ich war neulich in einem Erste-Hilfe-Kurs für Kinder, dem auch zwei werdende Mütter beiwohnten, denen man im
    Verlauf ansah, wie schummerig es ihnen wurde.
    Mein Respekt dafür, daß Du Dich dem gestellt hast!

    Die nächste Kinderklinik ist in Harlaching.

    Alles Gute für Euch!

    • Mareike Wueste · Juni 19, 2014

      Vielen Dank 🙂 Nun, es gab Momente, besonders wenn es um Fremdkörperverletzungen ging, da lief es mir auch kalt den Rücken runter, aber ansonsten war es gut zu ertragen. 🙂

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