Bei der Geburtsanmeldung: Diagnose Leistenbruch in der Schwangerschaft


Leistenbruch in der SchwangerschaftLetzten Donnerstag hatte ich meinen Termin zur Geburtsanmeldung im Klinikum Rechts der Isar. Da ich schon Anfang Juni eine leichte Schwellung in der Leistengegend bemerkt habe, hat mich meine Frauenärztin in eine chirurgische Praxis überwiesen. Diese hat dann eine Schenkelhernie festgestellt und gemeint, solange keine Schmerzen auftreten, ist von einer OP abzusehen, da es eventuell wieder selbst abheilt. Da ich mir nicht sicher war, ob mit einer Schenkelhernie eine natürliche Geburt möglich ist, habe ich den aufnehmenden Arzt bei der Geburtsanmeldung auf die Diagnose hingewiesen. Dieser hat mich dann gleich in die chirurgische Ambulanz des Klinikums verwiesen.

Nach über einer Stunde Wartezeit und laut knurrendem Magen, wurde ich dann gleich von drei Ärzten angeschaut. Sehr schönes Gefühl, wenn ein männlicher und ein weiblicher Arzt an der Schwellung drücken, drücken und nochmals drücken und der dritte Arzt riesige Augen beim Anblick des Bauches bekommt.

Letztendlich waren sich alle drei einig, dass es keine Schenkelhernie ist, sondern ein ordentlicher Leistenbruch, der auch nach der Schwangerschaft nicht von alleine zurückgeht, sondern operativ behandelt werden muss. Das ist natürlich eine Diagnose, die einen genauso umhaut, wie eine Schwangerschaftsdiabetes, die ich zum Glück nicht habe.

Ein Leistenbruch in der Schwangerschaft ist für mich aus folgender Sicht absoluter Mist:

  • Je größer und vor allem schwerer Fritzi wird, desto stärker wird die Belastung auf die Bänder, Knochen und natürlich auch auf die Leiste. Das heißt, die Schwellung wird zunehmen und die Schmerzen im schlimmsten Fall auch.
  • Eine OP während der Schwangerschaft ist verständlicherweise nicht möglich, allerdings kann es im schlimmsten Fall passieren, dass Stücke des Darms abgeklemmt werden, dann müsste ich notoperiert werden. Was dann mit Fritzi passiert, möchte ich mir lieber nicht ausmalen 😦
  • Nach der Geburt sollte ich zeitnah operiert werden. Da ich aber stillen möchte, wäre das schon mal sehr doof. Zudem darf ich dann mindestens 3 Monate nichts heben, was mehr als 5 Kg wiegt. Ich könnte Fritzi also nicht im Maxi Cosi durch die Gegend tragen. Was auch sehr blöd ist, denn wir wohnen im 4. OG ohne Aufzug.

Nun ja, ganz unproblematisch verläuft ja wahrscheinlich keine Schwangerschaft. Wichtig ist, dass die Leiste jetzt noch die 7 Wochen hält und danach sehen wir weiter. Vielleicht kann ich die OP zeitlich nach hinten verschieben, auch wenn die Klinik das am liebsten in einem Aufwasch mit der Geburt machen würde. Frei nach dem Motto: Wenn sie eh schon auf der Pritsche liegt, dann können wir auch noch dran rumschnibbeln. 🙂 Aber dann könnte ich meinen New York Marathon wohl wirklich endgültig begraben.

Immerhin darf ich weiter walken gehen, da es die Leistengegend nicht belastet. Gewicht heben ist jetzt allerdings tabu und auch bei meinem Schwangerschaftsyoga sollte ich wohl auf die Bewegungen achten, um unnötige Belastungen zu vermeiden. Trotz dieser Widrigkeit genieße ich die Schwangerschaft und bin froh, von Schwangerschaftsdiabetes, exzessiven Kotzanfällen oder starken Wassereinlagerungen verschont geblieben zu sein. Und wie ich im Internet recherchiert habe, ist ein Leistenbruch nun auch keine absolute Seltenheit in der Schwangerschaft, andere haben es also auch irgendwie geschafft.

Zu meiner Freude habe ich am Donnerstag ja wieder Fritzi per Ultraschall sehen können, seinen Kopf, seinen Körper, seine Innereien ;-). Er wiegt nun stolze 2000 Gramm und ist quirlig wie nie. Keine Stunde vergeht, in der er nicht in irgendeine Seite meines Körpers tritt oder schlägt und ich freue mich über jede Berührung von ihm, wenn ich seine Füße, Knie, Ellenbogen oder Hände fühle. Ehrlich gesagt, habe ich zwar keine Ahnung, was denn immer gegen die Bauchdecke drückt, aber Hauptsache es drückt überhaupt was.

Fritzi und ich werden auch diesen Leistenbruch schaukeln und zum Glück haben wir ja den liebsten Daddy und Freund der ganzen Welt, der immer für uns da ist und immer schön die Einkäufe für uns trägt 🙂

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