Deutschland gewinnt gegen Frankreich – Fritzi und ich erkunden den Kreißsaal


Freitagnachmittag, eine Woche nach meiner Geburtsanmeldung im Rechts der Isar fanden Fritzi und ich, dass es mal wieder Zeit war, dort vorbeizuschauen. Diesmal nicht nur in der Ambulanz der Frauenklinik und der chirurgischen Ambulanz, nein, diesmal fielen wir gleich in den Kreißsaal ein.

Nervige Dinge während der SchwangerschaftAlles fing Anfang letzter Woche mit Durchfall und Bauchschmerzen an. Der Höhepunkt war dann Freitag erreicht. An Schlaf war in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ab 02:30 Uhr nicht mehr zu denken. Die leichten Bauchschmerzen wichen sehr starken Menstruationsbeschwerden, begleitet von Übelkeit und Durchfall. Nachdem mein Freund gegen 4:30 Uhr Richtung Flughafen aufbrach, bin ich in die Wanne gegangen. Ich war der festen Überzeugung, dass es Senkwehen waren, das war es jedenfalls, was die Recherche bei Dr. Google gab. Also ab in die Wanne und hoffen, dass die Schmerzen verschwinden. Temporär hat das auch geholfen. Danach konnte ich wenigstens 2 Stunden schlafen und vormittags waren die Schmerzen weg.

Also bin ich natürlich nicht zu meinem Frauenarzt gegangen, der bis 12:30 Uhr Sprechstunde hatte. Pünktlich um 13:00 Uhr fing es im Rücken an zu ziehen und wurde immer schlimmer. Das zweite Bad in der Wanne half gar nichts mehr, hinlegen oder laufen war ebenso unmöglich. Teilweise waren die Schmerzen so heftig, dass ich mich nicht mehr aufrichten konnte. Da ich nicht mehr konnte, rief ich im Kreißsaal an.

Die Schwester meinte, ich solle lieber gleich vorbeikommen. Mein Freund der direkt vom Flughafen gekommen ist, hat mich begleitet. Der Kreißsaal war leer, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber das Rechts der Isar ist eben bei Geburten nicht unter den Top 3 in München. Hebamme und Ärzte waren super nett, haben mich 30 Minuten an das CTG angeschlossen und natürlich waren überhaupt keine Wehenaktivitäten zu erkennen.

Ich wollte mich schon schämen, weil ich so früh vorbeigekommen bin und dann noch nicht mal ein Anzeichen von Wehen zu erkennen war. Aber dann kam die Auswertung vom Urin und die zeigte, dass ich zuviel Eiweiß verliere. Kombiniert mit Bluthochdruck wäre das eine Schwangerschaftsvergiftung. Da ich aber sehr niedrigen Blutdruck habe und auch weitere Symptome wie Kopfschmerzen oder Augenflimmern nicht aufgetreten sind, kann es das schon mal nicht sein.

Kreißsaal statt WMDann gab es noch einen Ultraschall, die Abnahme des Blutes und dann hieß es wieder warten. Die Auswertung des Blutes dauerte wieder eine Stunde. Mittlerweile war es 17 Uhr, d. h. vor 18 Uhr ist das Blutbild nicht fertig. Und was war am Freitag um 18 Uhr? Richtig, dass Viertelfinale Frankreich gegen Deutschland. Und im Wartezimmer kein Fernseher. Mein Freund hat das sehr gelassen genommen, meine und Fritzis Gesundheit ist ihm so viel wichtiger als das WM Spiel.

Wir haben dann über sein iPhone die ersten Minuten des Spiels über Live Stream angeschaut – exakt bis zum Tor von Mats Hummels, danach war die Verbindung überlastet und wir haben das Spiel über den Bild Liveticker quasi mitgelesen.

Ich finde das Verhalten von meinem Freund deswegen so erwähnenswert, weil parallel ein Paar in den Kreißsaal kam, bei dem die Geburt kurz bevor stand. Kurz vor Anpfiff wurde die Frau an das CTG angeschlossen und der Mann ist einfach verschwunden und kam erst nach dem Spiel wieder.

Während des Spiels kam dann die Ärztin wieder zu mir und meinte, dass man nicht genau sagen könnte, was es ist. Da es Fritzi sehr gut geht und keine vorgeburtlichen Anzeichen vorlagen, haben sie noch einen Nierenspezialisten dazugerufen, der sich das alles noch mal genau anschauen wollte.

Der Nierendoktor kam dann auch pünktlich 10 Minuten nach Abpfiff des Spiels und ich bekam an diesem Tag meinen 2. Ultraschall innerhalb von wenigen Stunden. Ich glaube Fritzi hat sich auch bedankt, dass ihm in kurzer Zeit zweimal in die Hütte geleuchtet wurde. Da dieser Arzt bei der Niere keine Auffälligkeiten erkennen konnte, hat er mir einen Behälter gegeben, in dem ich 24 Stunden meinen Urin sammeln sollte, damit sie das in der Dialyse noch mal untersuchen konnten. Danach könnte man eventuell genauere Maßnahmen ableiten.

Cafe Little White Rabbit am Wiener PlatzUnd nun ratet mal, was mein Auftrag am Montag war: Genau, das „Pinkel in den Becher“ Spiel. Ich war so froh, dass ich heute in die Klinik laufen konnte und diesen Behälter abgeben konnte. Meine größte Sorge auf dem Weg zur Klinik war, dass ich stolpere, der Behälter ausläuft und ich diese widerliche Prozedur noch mal wiederholen muss. Das Ergebnis erfahre ich morgen Nachmittag. Ich bin gespannt, aber erstmal ungemein beruhigt, dass es Fritzi gut geht und er wächst und gedeiht. Immerhin hat er nun das Kampfgewicht von 2.400 Gramm erreicht und wenn Fritzi wohlauf ist, dann bin ich es auch. Mittlerweile bin auch ich seit drei Tagen schmerzfrei 🙂

Jetzt erhole ich mich erstmal in einem süßen Café nicht weit von der Klinik und genieße meinen Soja Latte und eine warme Zimtschnecke. 🙂

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2 Kommentare

  1. Sara · Juli 8, 2014

    Alles Gute für euch! Ich war übrigens auch im Rechts der Isar und habe mich immer gut aufgehoben gefühlt. Bei uns waren übrigens auch alle Kreißsäle leer, was aber daran liegen kann, dass es die Silvester Nacht war 🙂
    Und das Café kenne ich glaube ich auch.

    • Mareike Wueste · Juli 8, 2014

      Vielen Dank, liebe Sara. Ich bin sehr beruhigt, zu hören, dass du dich im Rechts der Isar gut aufgehoben gefühlt hast. Hihi, die Silvesternacht ist ja noch mal ne Steigerung zum Viertelfinale. Das Café ist wirklich sehr schön und die Zimtschnecken der Hammer. Sehr zu empfehlen. Auch für dich alles Gute. Liebe Grüße, Mareike

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