Rückbildungskurs in München: Mein persönlicher Erfahrungsbericht


Am Montag hatte ich den letzten Teil meines Rückbildungskurses und muss sagen: Ich bin froh, dass ich es hinter mich gebracht habe. Vielleicht lag es daran, dass ich wirklich gleich nach 6 Wochen, also den frühestmöglichen Termin gewählt habe. Vielleicht lag es an der eher unterkühlten Kursleitung. Vielleicht aber auch daran, dass die Kinder nicht mit integriert wurden bzw. die Kinderbetreuung nicht so wirklich funktioniert hat. An den Übungen selbst lag es wohl eher nicht.

Die Wahl des Kurses

RückbildungskursDa ich mit dem Geburtsvorbereitungskurs der Hebammengemeinschaft im Kriechbaumhof gute Erfahrungen gemacht habe, entschied ich mich auch beim Rückbildungskurs für die Hebammengemeinschaft. Neben der Erfahrung aus anderen Kursen habe ich diesen auch wegen der Kinderbetreuung gebucht. Ganz einfach weil sowohl die Eltern meines Freundes (Augsburg), als auch meine Eltern (Leipzig), nicht einfach so mal auf mein Kind aufpassen können. Auch können wir auf keine Verwandtschaft oder Bekannte zurückgreifen, die einfach mal so unter der Woche tagsüber auf den Kleinen aufpassen können.

Umso erstaunter war ich, dass ein Großteil der Kursteilnehmer dann ohne Kinder aufkreuzten. Den Vogel hat dann eine Frau abgeschossen, die meinte: „So lange die Kinder ruhig sind und man die Trainerin versteht, stören die Kinder nicht.“ Das einzige was ich dachte: „Bitch, please. Dann geh doch in den Abendkurs, der ohne Kinder stattfindet und setz nicht die Mütter unter Druck, die eben nicht mal kurz Omi anrufen können, um das Kind abzugeben.“

Die Kinderbetreuung

Das Dilemma mit der Kinderbetreuung fing schon in der ersten Stunde statt: Es gab nämlich keine. Jede Mutter musste auf ihr Kind selbst aufpassen. Da das Kind in die Übungen nicht integriert wurde, war es einigen Kindern verständlicherweise zu langweilig und sie fingen an zu quengeln. Mein Sohn schlief die komplette Stunde, weil er wahrscheinlich wusste, dass es nichts zu sehen gab. 😉

In der zweiten Stunde war dann eine Schülerin da, die auf die Kleinen aufpasste.

In der dritten Stunde war mein Sohn dann das einzige Kind. Die Trainerin schickte daraufhin die Schülerin nach Hause – mit dem Hinweis „Der Kleine schläft ja sowieso immer und muss deshalb nicht extra betreut werden.“ Zum Glück kam dann noch eine Mutter mit ihrem Kind und die Schülerin musste da bleiben.

In der fünften Stunde war die Schülerin nur im Kurs vor uns da, nicht aber in unserem Kurs, weil sie einen Zahnarzttermin hatte. Somit hatten wir die Kinder dann wieder bei uns. Das Kind einer Mutter hat die ganze Zeit geweint, weshalb sich die Mutter logischerweise dann eben um das Kind kümmerte und somit nicht die Übungen zur Rückbildung machen konnte. Nach der Hälfte der Stunde meinte die Trainerin, dass die Mutter doch dann einfach am Donnerstag nochmal kommen könnte, um die Stunde nochmal nachzuholen. Die Mutter hat aus meiner Sicht das einzig richtige gemacht: Sie ist einfach da geblieben, anstatt dann nochmal am Donnerstag zu kommen.

In der vierten und sechsten und damit letzten Stunde war die Babysitterin dann wieder da und hat sich um die Kinder gekümmert.

Die Übungen

Bevor es mit den Übungen losging, erzählte uns die Trainerin erstmal etwas zum Joggen nach der Geburt und Sit-Ups nach der Geburt. Ihrer Meinung nach, sollten wir mit dem Joggen erst ein Jahr nach der Geburt beginnen und Sit-Ups sowieso vermeiden, weil die nicht gut sind. Da ich vor und im ersten Drittel der Schwangerschaft gelaufen bin, habe ich schon kurz nach der Geburt geschaut, wann ich wieder mit dem Joggen beginnen kann: Der einstimmige Tenor war zwischen drei und sechs Monaten, auf jeden Fall aber nach dem die Rückbildung absolviert wurde. Ich persönlich finde das ein Jahr Pause absolut übertrieben ist. Jede Frau sollte selbst nach ihrem persönlichem Befinden entscheiden. So habe ich zeitnah nach der Geburt mit Walking angefangen und war jetzt schon ein paar Mal joggen. Gestern bin ich knapp 10 km gelaufen und es ging mir großartig. Aber wie gesagt, jede Frau muss das für sich entscheiden. Mit den Sit-Ups und dem Fitnessstudio möchte ich dann wieder Mitte November anfangen.

Zu den Übungen: Wir haben eigentlich fast jede Stunde die gleichen Übungen durchgeführt, was auf der einen Seite vielleicht etwas eintönig war, zumal ich eine Übung wirklich gehasst habe. Auf der anderen Seite merkt man sich die Übungen aber und kann sie zuhause besser durchführen, als wenn man diese nur einmal gemacht hat. Wenn man den Zeit und Lust hat, diese zuhause durchzuführen. Bei mir hapert es aktuell an beidem – gebe ich offen zu. 🙂

Wer keine Zeit für einen Rückbildungskurs hat, findet hier einige Videos und Anleitungen zur Rückbildung:

Mein Fazit

Ich denke der Besuch eines Rückbildungskurses lohnt sich. Beim nächsten Mal werde ich mich aber vorher informieren, ob das Baby mit in den Kurs integriert wird oder ob es „nur“ betreut wird. Vielleicht nehme ich aber auch gleich ein Abendkurs der ohne Kinder stattfindet und mein Freund muss auf das Kind, bzw. beim nächsten Mal, die Kinder aufpassen.

Auf jeden Fall werde ich das nächste Mal eine andere Trainerin wählen und zur Not auch einen Kurs in einem anderen Stadtteil wählen. Wenn ich schon 70 EUR für sechs Kurseinheiten zahle, dann erwarte ich, dass solche Dinge wie Kinderbetreuung zu 100 % funktionieren.

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Ein Kommentar

  1. Larissa · Oktober 25, 2014

    Oje, das ist irgendwie traurig, wenn Frauen schon bei der Rückbildung die Kinder als „Störung“ empfinden. Und auch wenn ich noch keine Kinder habe: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ein ganzes Jahr nicht laufen gehe. Das Schöne am Laufen ist doch, dass man sich problemlos sein eigenes Tempo zwischen Spazierengehen und Rennen wählen kann. Daran kann ich nichts Schädliches sehen, wenn man auf seinen Körper hört.

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