New York, New York, wir fliegen nach New York


Als ich vor einem Jahr begann die New York Reise und die Teilnahme am New York Marathon am 02.11.2014 vorzubereiten, konnte ich nicht ahnen, dass wir im Oktober 2014 zwar fliegen, aber nicht als Paar sondern als kleine Familie.

In den letzten Monaten und Wochen wurde ich von vielen ungläubig angeschaut, als ich gesagt habe, dass wir mit dem Kleinen nach New York fliegen. Noch ungläubiger schauten mich die Leute an, als ich sagte, dass ich trotz des kurzen Abstands zur Geburt beim Marathon antreten werde. Wer sich auch nur annähernd mit dem Marathon in New York befasst hat, weiß, dass man dort nicht einfach mal so teilnimmt. Um eine Startnummer zu bekommen, muss man entweder sehr großes Glück haben und wird ausgelost oder man geht gleich, wie ich, über eine Reiseagentur. Auf jeden Fall ist es ein enormer Aufwand, um einer von über 50.000 Läufern zu werden.

Die Vorgeschichte

Im Sommer 2013 hatte ich den Beschluss gefasst, den Marathon im November 2014 in New York zu laufen. Das war schon immer mein Traum und damals hatte ich das Gefühl, dass die Zeit reif war. Also recherchierte ich, wie eine Teilnahme am berühmtesten Marathon der Welt denn möglich wäre. Das Losverfahren war mir zu unsicher, darum habe ich mich letztendlich entschieden, über eine Agentur zu gehen. Das ist sehr kostspielig, aber ich war bereit für diesen Traum zu bezahlen. Eine Woche nachdem die Anzahlung für den Marathon erfolgte, erfuhr ich, dass ich schwanger war.

Die Zweifel

Mit der Schwangerschaft kamen die Zweifel. Ich fing an zu rechnen: Entbindungstermin: 19. August, Marathon: 02. November. Mir blieben 2,5 Monate, um mich auf einen Marathon vorzubereiten. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich anfangs nicht an dem Vorhaben gezweifelt hätte. Zumal Kollegen und Bekannte sagten: „Oh, du bist schwanger. Dann wird das wohl leider nichts mit dem Marathon“. Und je mehr Leute so etwas zu mir sagten, desto mehr wollte ich den Marathon laufen. Der Verstand hegte zwar Zweifel, der Bauch sagte: Mach es. Und auch mein Freund, der ja auch wesentlich an der Entscheidung mittrug, meinte, wenn ich es machen will, unterstützt er mich.

Die Entscheidung

Ich überlegte und wägte Pro und Contra ab. Obwohl bei gesundem Menschenverstand das Contra überwiegte, entschied ich mich für den Marathon und damit für New York. Mir war klar, dass mein Traum sonst für Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte auf Eis läge, würde ich den Lauf nicht 2014 absolvieren. Mit der Entscheidung beschloss ich für mich, dass das Erreichen des Ziels das einzige ist, was ich von mir bei diesem Marathon erwartete. Für mich spielte nun die Zeit keine Rolle mehr. Ich nahm mir vor, so halte ich es auch heute noch, ich laufe soweit ich kann. Und wenn es nur 10, 15 oder 21 km sind. Sollte ich danach erschöpft sein, gehe ich in Walken über. Der New York Marathon ist kein Leistungsmarathon, hier werden keine Bestzeiten gelaufen. Die Leute auf und neben der Strecke wollen vor allem eins: Spass und einen schönen Lauf. Und genau das möchte ich auch.

Das Ziel immer im Blick

Mit der Entscheidung für den Marathon habe ich mich schon in der Schwangerschaft auf die Zeit danach eingestellt, soweit das natürlich möglich war. Ich war im ersten Drittel der Schwangerschaft noch laufen, danach bin ich, bis ca. einen Monat vor der Geburt regelmäßig walken gegangen. Teilweise bis zu 12 km am Tag und immer mit meinen Sporthanteln. Das alles hat mich nicht wirklich angestrengt und für meine Ausdauer war es gut.

Ich muss zugeben, dass ich auch gehofft habe, dass mein Sohn vor dem Termin und nicht nach dem errechneten Termin auf die Welt kommt. Das es eine normale Geburt wird und kein Kaiserschnitt. Das alles waren Hoffnungen, wäre es anders gekommen, hätte ich das als Schicksal gewertet und den Marathon und New York abgesagt.

Die Flüge habe ich beispielsweise erst Ende August gebucht. Als ich sicher war, dass der Kleine gesund ist und seine Entwicklung ohne Probleme verläuft und ein Flug unproblematisch ist. Mein Sohn ist kein Schreibaby und vom Charakter eher ruhig. Für den Hinflug haben wir einen Tagesflug gewählt, so dass er schlafen kann, aber nicht muss. Über United habe ich zusätzlich Plätze mit Babybett gebucht und mich beim Arzt nach den erforderlichen Maßnahmen erkundigt, die bei einem Flug mit Baby notwendig sind. Bis auf Stillen bei Start und Landung gab es aus seiner Sicht nicht viel zu beachten. In Artikeln und Ratgebern gab es auch keine Bedenken mit einem Kind zwischen 3 und 6 Monaten zu reisen. Im Gegenteil, wenn lange Strecken, dann eher, wenn das Kind noch so klein ist, dann bekommt es nicht so viel mit. Nun denn, wie der Kleine die Reise verträgt, können wir erst sagen, wenn wir wieder hier sind, aber ich bin zuversichtlich, dass wir drei keine Schäden davon tragen.

Der Countdown

Wir fliegen nach New YorkMittlerweile ist es nicht mal mehr eine Woche bis zum Abflug. Bis vor wenigen Wochen konnte ich mir das alles noch nicht vorstellen, aber so langsam nimmt die Reisevorbereitung Form an. Wichtige Dinge wie einen transportablen Sterilisator oder die Handmilchpumpe haben wir schon. Reisepass, ESTA und Buchung der familienfreundlichen Sitze beim Flug mit United haben wir auch schon alles. Jetzt müssen wir nur noch schauen, was wir in New York mit dem Kleinen machen. Für mich ist es das 3. Mal, für meinen Freund das 2. Mal, dass wir auf Manhattan Urlaub machen. Klassische Sachen wie Empire State Building oder Besuch vom MoMa oder des Guggenheim Museum werden wir natürlich nicht durchführen. Wir werden wohl eher Zeit bei Toys“R“Us oder im Disney Store verbringen. Das Wetter soll gut werden, darum ist ein Besuch im Central Park auch auf jeden Fall Pflicht.

Es wird sicher ein sehr entspannter Urlaub, bei dem wir nicht das Gefühl haben von morgens bis abends durch New York zu rennen, um ja alle Highlights aus dem Lonely Planet Reiseführer abzuarbeiten. Es wird für uns auch das erste Mal sein, dass wir nicht zur Vorweihnachtszeit in New York sind. Für mich das erste Mal, dass ich das Rockefeller Center ohne den berühmtesten Weihnachtsbaum der Welt sehe. Dafür werde ich aber die Gelegenheit haben, durch Queens, Brooklyn, Bronx, Harlem und Manhattan zu laufen 🙂

Advertisements

Ein Kommentar

  1. storchenfrau · Oktober 26, 2014

    Hui! Hut ab vor dir und dem was du da erreichen möchtest.

    Ich liebe New York und ich glaube, dass es auch mit einem kleinen Knirps sehr reizvoll sein kann.

    Ich wünsche euch einen guten Flug, dir einen guten Lauf und euch allen eine wunderbare Zeit!

    Ich bin gespannt, was du zu berichten hast!

    Liebe Grüße!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s