Mein Zwischenfazit zu PEKiP


Nachdem Nepomuk und ich nun die Hälfte des PEKiP-Kurses absolviert haben, ist es an der Zeit für ein Zwischenfazit, denn die letzten zwei Stunden waren nicht das, was ich mir vom Kurs erhofft hatte.

Was bedeutet PEKiP in der Theorie?

Auf der offiziellen PEKiP Website wird das Konzept wie folgt beschrieben:

„Das Prager-Eltern-Kind-Programm ist ein Konzept für die Gruppenarbeit mit Eltern und ihren Kindern im ersten Lebensjahr. 
Ziel des PEKiP® ist es, Eltern und Babys im sensiblen Prozess des Zueinanderfindens zu unterstützen, um

  • das Baby in seiner momentanen Situation und seiner Entwicklung wahrzunehmen, zu begleiten und zu fördern; 
  • die Beziehung zwischen dem Baby und seinen Eltern zu stärken und zu vertiefen; 
  • die Eltern in ihrer Situation zu begleiten und den Erfahrungsaustausch sowie die Kontakte der Eltern untereinander zu fördern; 
  • dem Baby Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen.“

Wie sieht die Umsetzung in die Praxis aus?

Nepomuk in ActionIch habe mich für einen Kurs bei der FABI angemeldet und war so froh, dass ich noch einen Platz ergattern konnte, denn ich habe von verschiedenen Stellen gehört, dass diese immer ausgebucht sind. Bis dato war ich eigentlich immer mit Kursen bei der FABI zufrieden, aber von PEKiP bin ich aktuell nicht überzeugt und denke, dass dies auch an der Kursleitung liegt.

Wir treffen uns jeden Freitag von 09:15 bis 10:45 Uhr. Die Einheit beginnt immer mit einer kurze Runde in der wir Mütter kurz etwas zu einem bestimmten Thema sagen. Themen waren bisher: Die erlebte Geburt, die Namensfindung für das Kind, das allgemeine Schlafbefinden, das allgemeine Wohlbefinden und eine Vorstellung von Büchern, die wir aktuell lesen oder gelesen haben.

Waren Themen wie Geburt oder allgemeines Wohlbefinden noch interessant, so muss ich sagen, dass es mich nicht wirklich interessiert was andere Mütter lesen. Bei der Buchvorstellung gab es dann auch die ersten Reibereien unter Müttern, denn was die eine Mutter gerade liest, ist für die andere schon Schnee von gestern und das ist besonders bei Büchern rund um die Erziehung doch sehr mühsam. Ich finde es gibt tausend Themen, die so viel interessanter sind, als eine Bücherrunde. Zum Beispiel könnte man darüber reden, was Mütter schon mit ihren Kindern gemacht haben, was sie gerne machen wollen oder wie sie ihren Tag mit Kind gestalten. Das würde mich so sehr interessieren, denn ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie ein normaler Tag bei anderen Müttern aussieht.

Mich stört auch, dass es im Konzept heißt, dass die Babys in ihrer aktuellen Entwicklung wahrgenommen werden und diese gezielt gefördert werden. Jede Mutter weiß, dass sich Kinder unterschiedlich entwickeln, weil jedes Kind anders ist. In unserem Kurs fehlt es mir, dass die Kursleiterin von Kind zu Kind geht, kurz mit der Mutter bespricht, was das Kind gerade macht oder gelernt hat und dann daraus Empfehlungen ausspricht, wie man das Gelernte vertiefen kann. In der letzten Stunde hieß es, dass wir etwas für Arme und Beine des Kindes machen. Die Kursleiterin ist leider nicht zu den Kindern gekommen und hat Tipps für mögliche Spiele gegeben, sondern hat sich in eine Kindergarten-Diskussion eingeschaltet.

Versteht mich nicht falsch, denn ich finde es toll, wenn sich einige Mütter über dieses Thema unterhalten. Aber ehrlich, da muss sich nicht die Kursleiterin dazusetzen und mit small talken. Ich habe in den letzten beiden Stunden nicht wirklich was mitgenommen, sondern mit Nepomuk gespielt, wie ich es jeden Morgen mache. Nach dem Waschen lasse ich ihn noch mindestens 30 Minuten nackt und wir spielen auf seiner Matte mit seiner Rassel oder seinem Wasserball. Das alles mache ich zuhause und brauche dafür kein PEKiP.

Wo sehe ich noch Verbesserungsbedarf?

Mir würde es sehr helfen, wenn die Kursleiterin mehr auf die einzelnen Kinder eingeht und Tipps gibt, was es denn für tolle Möglichkeiten gibt, bestehende Kenntnisse zu vertiefen oder mal was neues auszuprobieren. Das klingt jetzt vielleicht etwas hochgestochen, denn letztendlich geht es ja ums spielen mit den Kleinen und ich würde schon mal gern was neues mit Nepomuk ausprobieren, aber mir fehlen die Ideen. Von einer erfahrenen Kursleiterin verspreche ich mir Ideen oder Anregungen.

Mein Fazit!

Auch wenn ich mich in dem Blogpost eher negativ äußere, glaube ich nicht, dass die 125 EUR für den PEKiP Kurs Geldverschwendung waren. Natürlich habe ich auch das eine oder andere mitgenommen, aber die letzten zwei Einheiten waren eben nicht so berauschend und ich habe Angst, dass das jetzt so weitergehen könnte.

Ich kann PEKiP empfehlen und wenn es nur aus dem Grund ist, dass die Mutter sich 1,5 Stunden pro Woche mit ihrem Kind intensiv auseinandersetzt, es nackt spielen lässt und das Kind andere Kinder sieht.

Wenn ihr aufgrund der wenigen Kurse verzweifelt, weil ihr keinen Platz bekommen habt, dann kann ich euch beruhigen: Euer Kind wird auch ohne PEKiP groß und stark. 🙂

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