Meine Vegan For Fit Challenge: Tag 7

Frühstück

Tofu Rührei

Tofu Rührei

Sonntags sollte man mit einem super Frühstück in den Tag starten. Das habe ich gemacht und mich für Tofu Rührei mit Kurkuma und Petersilie entschieden. Es war das erste Vegan For Fit Frühstücksrezept, das ich in dieser Woche ausprobiert habe und muss sagen: Ich bin begeistert.

Ich konnte früher nie Rührei essen, weil mir immer schlecht wurde und ich Kopfschmerzen bekommen habe. Das Tofu Rührei habe ich super vertragen und war zudem sehr sättigend, so sehr, dass ich selbst Mittag noch keinen richtigen Hunger hatte. 🙂

Mittagessen

Ausflug zum Feringasee

Ausflug zum Feringasee

Das Wetter in München war traumhaft, sodass wir beschlossen an den Feringasee zu fahren und dort spazieren zu gehen. Da wir über die Mittagszeit am See spazierten war kaum was los und wir konnten mal von der Stadt abschalten. Ich mag den See sehr und könnte mir auch vorstellen mit unseren kleinen Familie dort zu leben.

Nach dem Spaziergang beschlossen wir noch in ein Landgasthaus einzukehren, dass schon so herrlich weihnachtlich geschmückt war. Am Eingang wurde schon die Ente angepriesen und auf den ersten Blick gab es nicht wirklich was veganes für mich. Nach einigen Überlegungen hat es dann doch für mich geklappt: Kürbissuppe ohne Sahnehäubchen und ein großer gemischter Salat waren perfekt und haben mich gut gesättigt.

Abendessen

Das Abendessen bestand aus einer leckeren Lauchsuppe. Danach haben wir uns noch den Film „Soylent Green“ angeschaut. Ein Film, der sich mit dem Leben im Jahr 2022 beschäftigt, dass aufgrund von Überbevölkerung und Lebensmittelknappheit nicht mehr wirklich lebenswert ist. Das Essen dort hat nichts mehr mit dem Essen von heute zu tun, denn die Menschen nehmen ihre Nahrung in Form einer grünen Masse, dem Soylent Green, auf.

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Meine Vegan For Fit Challenge: Tag 2

Gestern war Tag 2 der Vegan For Fit Challenge. Das ich erst heute darüber schreibe, liegt daran, dass ich nach dem gestrigen Abendessen erstmal die Küche aufräumen musste und danach einfach kein Bock mehr hatte, noch irgendwas zu schreiben. Hier also mein kurzer Statusbericht:

Frühstück

Zum Frühstück gab es bei mir Sojajoghurt pur, den ich mit Leinsamen und Zimt gemischt habe. Zum ersten Mal hatte ich den den Joghurt von Alpro, den man in jedem Supermarkt kaufen kann und muss sagen: Er schmeckt nicht nur beschissen, sondern ist auch noch „verfeinert“ mit Zucker. Ich hätte es mir eigentlich denken können, denn ihr Sojadrink ist auch mehr Zuckerwasser als irgendwas anderes, aber in dem Supermarkt gab es eben kein anderes Sojaprodukt. Ich werde heute wieder den Sojajoghurt von Provamel kaufen, der ist ohne Zucker und schmeckt nicht so wässrig. Provamel gehört übrigens auch zu Alpro, ist aber der Bio-Ableger und nur in Ökomärkten, wie Alnatura, zu finden.

Spaziergang an der IsarNach dem Frühstück habe ich den Kleinen gewaschen, ihn nackt auf die Spielmatte gelegt und PEKiP-mässig mit einer überdimensionierten und sehr lauten Libelle (oder Glühwürmchen) vor ihm rumgewackelt. Nach der kurzen Spielsession sind wir beide raus, da ich noch die Zutaten für das Abendessen kaufen wollte. Da mir gestern bewusst geworden ist, dass ich eigentlich alle Zeit der Welt habe und nicht zum Einkaufen hetzen muss, sondern ganz entspannt sein kann, haben wir neben dem Einkauf einen ausgiebigen 2,5-Stunden Spaziergang an der Isar drangehängt. Das Wetter war super, die Isarauen kaum besucht, der Kleine hat geschlafen, alles perfekt.

Als ich Hunger bekommen habe und im Geiste schon in ein Snickers reingebissen habe, war es Zeit am Kiosk eine Banane zu kaufen. Die hat mich dann auf dem Heimweg gerettet.

Mittagessen

Mein Mittagessen war das Abendessen vom Vortag, also gebackenes Gemüse. Schnell in die Mikrowelle und fertig war es. Danach habe ich natürlich wieder von den veganen Pralinen genascht, naja, weggefressen habe ich sie. Zum Glück habe ich nochmal Erdnussmus gekauft, damit ich nachproduzieren konnte. 🙂

Abendessen

Gemüselinsen mit Limetten-Sonnenblumenkern-PestoDa es am Abend Gemüselinsen mit Sonnenblumenkern-Limetten-Pesto gab, habe ich schon am Nachmittag mit dem Kochen der Linsen angefangen und das erste Gemüse geschnitten. Ich kann ja nur schnippeln und kochen, wenn der Kleine schläft oder sich selbst beschäftigt. Für letzteres haben wir das Activity-Center „Rainforest“ von Fisher Price. Ein Segen, kann ich nur sagen. Der Kleine ist wirklich mindestens 30 Minuten beschäftigt und happy. 🙂

Neben den Gemüselinsen gehörten noch Zucchini, Paprika, Rote Bete und Möhren zum Gericht. Verfeinert wurde das eben mit der Pesto aus Petersilie, Limette und Sonnenblumenkernen. Das Gericht ist wirklich einfach zu machen und sättigt ordentlich. Nach dem Teller Linsen war ich so satt, wie sonst nach einer riesigen Portion Pasta. 🙂

Nach dem Abendessen habe ich mal wieder Pralinen gemacht, diesmal nur die Erdnussmus-Crunchy Balls, die unsere absoluten Favoriten sind.

Und danach habe ich ca. 30 Minuten die Küche aufgeräumt, Geschirr abgewaschen, Babyflaschen sterilisiert … 🙂

Meine Vegan For Fit Challenge: Tag 1

Vegane PralinenNun habe ich schon den ersten Tag der Challenge hinter mir und bis jetzt ein gutes Gefühl. Bevor es heute los ging, kam erstmal die Vermessung der Mareike W. dran. Ich nahm den Umfang vom Bauch, der Hüfte, den Oberschenkeln, den Waden und der Oberarme. Die Brust habe ich weggelassen, denn durch das Stillen sind die Brüste eh ausser Konkurrenz. Ich musste dann erstaunt feststellen, dass sowohl rechter Arm und rechts Bein etwas dicker sind, als die linke Seite. Vielleicht habe ich auch falsch gemessen, wichtig ist ja nur, dass man die Maße hat und dass diese sich in den nächsten Wochen verringern. 🙂

Da ich heute morgen mit dem Kleinen zum Zollamt nach Garching fahren musste, um eine Etsy-Bestellung aus den USA abzuholen, fiel das Frühstück aus. Sonst hätte ich mir wohl am Bahnhof eine Brezel oder eine Rosinenschnecke geholt. Diesmal habe ich den Apfel, der fürs Frühstück gedacht war, einfach eingepackt und auf dem Weg zur U-Bahn gegessen, so musste ich nur auf den Kaffee verzichten. 🙂

Bis um 12 Uhr gab es dann keine Gelegenheit was zu essen, da wir erst beim Zollamt waren, dann dort noch bei EDEKA die Zutaten für heute Abend kauften. Danach habe ich kurz bei einer Bäckerei gestoppt, weil ich mir einen Kaffee gönnen wollte, dafür, dass ich mein Päckchen beim Zoll so toll abgeholt habe und nichts draufzahlen musste. Gut, also den Kaffee habe ich getrunken und danach immer noch keinen Hunger gespürt, was mir ja recht war.

Blumenkohl Curry CrunchAls ich gegen 14 Uhr zuhause war, den Kleinen gefüttert und kurz ins Bett gebracht habe, konnte ich endlich essen. Zum Glück hatten wir vom gestrigen Abendessen, auch aus dem „Vegan For Fit“ Buch, noch etwas übrig und so gab es bei mir heute Mittag Blumenkohl-Curry-Crunch und eine Kanne Tee.

Da ich gestern auch schon vegane Pralinen (natürlich ohne Zucker) gemacht hatte, konnte ich heute immer mal wieder eine naschen.

Mittlerweile war es auch für den Kleinen mit der Mittagspause schon wieder vorbei und bei uns war wieder high life angesagt.

Gebackenes GemüseIch hatte in der Schwangerschaft ja schon einige Vegan For Fit Rezepte ausprobiert mit dem Ergebnis, dass ich unendlich viel Mandelmus verbraucht habe. Wer schon mal Mandelmus gekauft hat, weiß wie teuer das ist. Da wir ja nun eine kleine Familie sind, wollte ich nicht gleich wieder knapp 17 EUR für 500 g Mandelmus ausgeben und habe mir gestern Rezepte ausgesucht, die relativ gut ohne Mandelmus oder nur mit einer geringen Menge auskommen. Also entschied ich mich heute für gebackenes Gemüse mit Aubergine, Brokkoli, Hokkaido Kürbis, Möhren und Zucchini. Da mein Freund an einer Lebensmittelunverträglichkeit leidet, habe ich den Dip einfach weggelassen und es hat super lecker geschmeckt.

Da die Rezepte doch für mich als junge Mutter etwas länger dauern, mache ich abends immer gleich mehr, damit ich am nächsten Tag mittags das Essen einfach nur in die Mikrowelle schieben kann, denn wenn ich mit meinem Sohn allein bin, will ich lieber die Zeit mit ihm verbringen, als in der Küche rumzukochen.

Bis jetzt fühlt sich bei mir noch alles gut an. Ich habe keine Blähungen oder fühle mich unwohl. Heute hatte ich zudem noch keine Heißhungerattacken und konnte durch den Supermarkt laufen ohne irgendwelchen Versuchungen zu erliegen – das will bei mir schon was heißen.

Jetzt werde ich noch ein Rezept für morgen raussuchen und dann vormittags entspannt einkaufen gehen. Seit kurzem gibt es ja fürs iPhone die Vegan For You App von Attila Hillmann. Die habe ich mir gleich runtergezogen und kann so immer die Rezepte im Laden aufrufen, wenn ich die Zutaten kaufe. Früher habe ich das immer abfotografiert, ich super Digital Native 🙂

 

Fit für die „Vegan For Fit“ Challenge von Attila Hildmann

Frei nach dem Motto „Nach dem New York Marathon ist vor der Vegan for Fit Challenge“ habe ich mich entschieden, nun die nächsten 30 Tage nach dem Vegan for Fit Konzept zu leben. Das Buch dazu habe ich von meinem Freund zwar schon im Sommer geschenkt bekommen, aber für mich erst jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass auch mal durchzuziehen.

Erst die Schwangerschaft, dann das Stillen und dann die Challenge

Vegan For FitAls ich das Buch zu meinem Geburtstag bekommen habe, war ich hochschwanger. Ich habe zwar Rezepte aus dem Buch ausprobiert, aber zu 100% wollte ich die Ernährung nicht umstellen, weil ich vermeiden wollte, das mein Körper entschlackt und diese Giftstoffe direkt von meinem Baby aufgenommen werden. Das war auch der Grund, warum ich auch während des Stillens diese Challenge nicht machen wollte. Durch New York, den Marathon und die Zeitverschiebung ist meine Muttermilch leider quasi komplett versiegt und ich habe sie wahrscheinlich irgendwo über den Atlantik verloren. Nun bekommt der Kleine ausschließlich Aptamil HAPre und ich nehme ihn nun noch kurz an die Brust, damit er das Gefühl nicht total vermissen muss. Für mich ist jetzt also der perfekte Zeitpunkt die 30 Tage mal ohne Laster und Ernährungssünden auszuprobieren.

Gewichtsverlust und besseres Körpergefühl

Obwohl der Kleine nun drei Monate alt ist und die Geburt damit schon einiges zurückliegt, habe ich immer noch mit meinem Gewicht zu kämpfen. Zwar sind 12 Kilo schon weg, aber die letzten 6 Kilo kleben wirklich wie Pattex. Ich kann vom mir nun wirklich nicht behaupten, dass ich jede Bewegung vermeide, aber alles walken hilft nichts, die Schwangerschaftskilo bleiben beharrlich und auch das Stillen sorgte nur zum Teil dafür, dass die Kilos verschwinden.

Natürlich sind die Kilos nicht ohne Grund noch da: Burger, Pizza, Schokolade, Chai auf Sirup-Basis … das alles sind Gründe, warum ich mein Ausgangsgewicht noch nicht wieder erreicht habe. Bei der Challenge verzichte ich nun nicht nur auf alle tierischen Produkte, sondern zusätzlich auch auf Zucker und Weißmehl. Zwei Dinge, die ich in der Vergangenheit zuhauf in mich reingestopft habe und die meiner Meinung nach auch für meine Heißhungerattacken verantwortlich waren. Ob das wirklich so einfach ist, werden die nächsten 30 Tage zeigen, aber schaden kann eine gesunde Ernährung sicher nicht.

Neben dem Gewicht möchte ich auch wieder ein besseres Körpergefühl erreichen. Vor Jahren habe ich für mehrere Wochen meine Ernährung auf Rohkost umgestellt und die Veränderungen waren enorm. Es gab keine Müdigkeit nach dem Essen, der Körper war immer unter Strom und voller Power. Es war alles so easy und unkompliziert. Genau das erhoffe ich mir jetzt auch von der „Vegan For Fit“ Challenge.

Heute ist der erste Tag dieser Challenge und bisher geht es mir gut und ich vermisse noch nichts. Ich hoffe das bleibt auch in den nächsten 29 Tagen so. 🙂 Ich werde hier auf jeden Fall schreiben, wie es mir ergangen ist.

Ich laufe den TCS New York City Marathon 2014 – 3 Monate nach der Entbindung

Es kam was kommen musste: Ich wachte auf und wusste, dass heute der 02. November war. Ein Datum, dass mich über ein Jahr begleitete und auf das ich mich doch nicht im geringsten vorbereiten konnte. Heute war der Tag der Tage und er begann schon sehr früh.

Der Weg zum Startgelände

Damit ich auch etwas vom Tag hatte, klingelte mein Wecker schon um 4:45 Uhr, da wir uns mit der Reiseagentur um 5:45 Uhr in der Lobby verabredet hatten, um dann um 6:00 Uhr Richtung Staten Island zu fahren. Nachdem ich mich von meinem Freund und meinem Sohn verabschiedet hatte, machte ich mich auf zur Lobby. Aus dem Fahrstuhl turkelten mir drei Leute entgegen, die wohl gerade von einer Motto Party kamen und mir im Fahrstuhl ne ordentliche Alkoholfahne hinterliessen. In der Lobby angekommen, war ich nicht die erste und es war schon richtig High Life mit den ganzen Läufern. Jetzt hieß es nur warten auf die Abfahrt. Um 6:10 Uhr fuhr unser Bus los Richtung Staten Island. Um 7:04 Uhr überquerten wir mit dem Bus die Verazzano Brücke, über die wir dann gleich nach dem Start wieder Richtung Brooklyn laufen mussten. Als wir am Startgelände ankamen, strömten schon tausende Läufer in Richtung ihrer zugeteilten Bereiche. Ich gehörte in den grünen Bereich, d. h. mir war es nicht vergönnt auf der Brücke zu laufen, sondern eine Ebene drunter.

Warten auf den Start

Warten auf den StartNachdem ich also in meinem Bereich angekommen war, lief ich erstmal rum, um mich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Natürlich habe ich mich dann auch gleich mal an der falschen Schlange angestellt und statt Kaffee hätte es dann nur heißes Wasser gegeben. Zum Glück habe ich es dann irgendwann doch gemerkt, bin zum Dunkin Donuts Stand und habe dort meinen Kaffee getrunken. Danach noch einen Bagel mit Rosinen und einen Powerbar Riegel und ich war bereit mir meinen Platz für die nächsten Stunden zu suchen. Das Wetter war sehr kalt und ich hatte mir eine alte Fleecejacke mitgenommen, die ich dann irgendwo auf der Strecke zurücklassen wollte. Trotz Fleecejacke und Sitzgelegenheit aus Plastiktüten war mir immer noch kalt. Ein Profiläufer, der sich neben mir für den Start fertig gemacht hat, schenkte mir seine Wärmefolie und die hat mich dann über die Stunden gerettet.

 

Der Start

Kurz vor dem StartIch war für die 4. und damit letzte Welle eingeteilt. Der Start dieser Welle war für 10:55 Uhr angesetzt, d. h. nach meiner Ankunft in Fort Wadsworth um 07:20 Uhr musste ich gute 3,5 Stunden überbrücken. Das klingt aber länger, als es wirklich ist, denn die ganzen Läufer zu beobachten, Kaffee zu holen oder auf die Toilette zu gehen, nimmt einiges an Zeit in Anspruch 🙂

Um die 72.000 Läufer zu koordinieren, gab es nicht nur vier Startwellen, sondern auch Corrals, die von A bis F gingen. Ich war in A eingeteilt und damit viel näher als jemand aus Corral C oder F. Um 10:15 Uhr fanden sich alle Läufer der 4. Startwelle an ihrem Corral ein, um 10:40 Uhr wurden die Corrals geschlossen und wir zum Start an die Verrazano Bridge geführt.

Pünktlich um 10:55 Uhr ging der Kanonenschuss los und zu „New York, New York“ setzte sich unsere Welle unter lautem Jubel endlich in Bewegung und für mich begann endlich die Erfüllung eines Traumes.

Meile 1 bis 10

Marathon Bild 1Die ersten zwei Meilen führten über die Verrazano Bridge, die längste freistehende Brücke in Amerika. Die Brücke ist der schwierigste Teil beim Marathon, da es erst 1,5 km stetig bergauf geht und dann wieder 1,5 km bergab. Die Strecke war zwar nicht ohne, aber da ich in Stuttgart gelebt habe, wusste ich, wie man Steigungen läuft. Nach dem wir die Brücke – mit einem einmaligen Ausblick aufs Meer und Manhattan geschafft haben, ging es nun die nächsten Meilen durch Brooklyn.

Marathon Bild 2Für mich war bei dem Marathon ja die Zeit nicht so wichtig, sondern das Erlebnis durch alle fünf Bezirke von New York zu laufen. Ich wurde schon in Brooklyn überrascht, denn ich wusste nicht, dass es dort so süße Häuser und schöne Straßen gibt. An der Straße standen die Anwohner und feuerten uns an, reichten uns Taschentücher, Bananen oder Kekse. Und so lief ich meine ersten 10 Meilen des New York Marathon

Meile 10 – 20

Marathon Bild 7Die Strecke durch Brooklyn zog sich ewig und ich fragte mich, ob das jemals ein Ende haben wird. Doch dann erreichte ich den Mc Guiness Blvd und damit die Brücke, die von Brooklyn nach Queens führte. Auf der Mitte der Brücke durchlief ich dann die Meile 13,1 und wusste, dass ich nun die Hälfte geschafft habe. Da ich ab Meile 10 Schmerzen im linken Bein hatte, bin ich ab da immer abwechselnd gewalkt, gelaufen, gewalkt, gelaufen. Selbst beim Walken habe ich immer noch Läufer überholt, wurde aber auch von vielen überholt.

Einige Läufer habe ich immer wieder gesehen, mal habe ich sie überholt, mal sie mich. Darunter war auch ein blinder Läufer, der mit seinem Hund die 26,2 Meilen lief.

Marathon Bild 19Nach dem ich eine Weile durch Queens lief, erreichte ich die Queensboro Bridge, die nach Manhattan führte. Hatte ich die Verrazano Bridge noch gut geschafft, bin ich bei der Queensboro Bridge fast gestorben. Die Brücke zog sich unendlich und selbst als es am Ende wieder bergab ging, tat mir alles weh. Zum Glück waren bei der Brücke Toiletten aufgestellt, bei denen die Läufer nicht anstehen mussten.Ich nutzte die Gelegenheit für eine kurze Pause und dann ging es in Manhattan auf die First Avenue Richtung Norden. Die Strecke zog sich von der 60. bis zur 126. Straße, danach ging es über die Willis Avenue Bridge in die Bronx.

Meile 20 – 26,2

In der Bronx erreichte ich nun Meile 20, mittlerweile tat mir nicht mehr nur die linke Beinhälfte weh, sondern auch die Schienbeine und Fußballen. Aber he, ich hatte schon 20 Meilen geschafft – nur noch 6,1 Meilen und ich bin Finisher des New York Marathon. Mittlerweile war ich mehr am walken als am laufen, aber das war mir egal.

Und so schleppte ich mich durch die Bronx, vergaß die Zeit und freute mich über die Zuschauer, die Musikbands und die Bananen, die wir nun bei jeder Meile bekamen.

Marathon Bild 14Nach einem kurzen Abstecher in die Bronx ging es wieder zurück nach Manhattan. Erst liefen wir durch Harlem und dann erreichten wir den Central Park. Gefühlt eine Ewigkeit liefen wir die Fifth Avenue runter, auf der rechten Seite der Central Park, auf der linken Seite Häuser. Langsam begann die Dämmerung, durch das Walken wurde mir kalt, da ich nur ein Laufshirt trug und der Wind durch die Straßen pfiff. Meine Füße schmerzten, meine Hände waren blau und ich verfluchte mich, weil ich meine Fleecejacke und meine Handschuhe schon bei den ersten 10 Meilen entsorgt hatte.

Auf Höhe des Guggenheim Museum ging es endlich in den Central Park und in Richtung Meile 24. Auch im Park waren noch jede Menge Zuschauer, doch die nahm ich kaum noch wahr. Die Zahl der Walker hatte nun stark zugenommen und so walkte ich in der Masse Richtung Meile 25, die sich ewig zog. Mittlerweile war es fast dunkel und arschkalt. Als ich den Kilometerpunkt 40 überquerte, wusste ich, dass es nur noch etwas über 2 Kilometer bis zum Ziel waren. Ich fing an zu überlegen, wie weit 2 Kilometer in München waren und versuchte mir einzureden, dass das nur noch ein Furz ist, den ich laufen muss.

Marathon BIld 15Als ich endlich Meile 25 durchquert hatte, fing ich wieder an zu laufen. Ich hatte noch die Ausdauer und weh tat es beim laufen auch nicht. Also lief ich, soweit ich konnte, dann walkte ich wieder ein Stück und lief dann wieder. Ich wollte jetzt einfach nur noch ins Ziel kommen. Bald erreichte ich den Punkt, der anzeigte, dass es nur noch 800 m sind. Nur noch 800 m bis zum Ziel und zur Erfüllung meines Traums. Ich habe nur gedacht „Bau jetzt keinen Scheiß, Mareike. Kein Stolpern, kein Umknicken, nichts, was dich jetzt noch vom Zieleinlauf abhalten könnte“.

IMG_9071Mittlerweile erreichten wir die Parallelstraße zur 58. Straße, dann den Columbus Circle und liefen danach wieder Richtung Norden, nun waren es nur noch 400 m, es kam noch eine Abbiegung und dann wieder eine Kurve. Langsam fingen alle Walker wieder an zu laufen und auch ich lief wieder. Dann sah ich die Finish Line und wusste, dass ich es geschafft habe. Zwar nicht mit der letzten Kraft, aber doch sehr erschöpft überquerte ich die Finish Line.

Ich hatte es also wirklich geschafft und bekam hinter der Finish Line erst meine Medaille, dann meine Wäremfolie und schliesslich den Proviantbeutel. Noch nie hatte ich mich so sehr über einen Apfel gefreut.

Nun musste ich nun noch meine, vor dem Start abgegebenen Sachen beim UPS Wagen abholen und dann ging es Richtung Hotel. Der Weg zurück aus dem Central Park zog sich ewig und ich musste 15 Querstraßen laufen. Irgendwann sah ich einen Rikscha-Fahrer und beschloss mit ihm zum Hotel zu fahren. Die Fahrt hat mich 55 Dollar gekostet und war jeden Dollar wert.

IMG_9093Ich kam als Finisher des New York Marathon wieder zurück ins Hotel und freute mich einfach nur, dass ich es geschafft hatte und nun wieder bei meinem Freund und meinem Sohn war.

Mit diesem Tag ging für mich trotz der schwierigen Voraussetzungen (drei Monate nach der Geburt meines Sohnes und ohne jegliches Marathon Training) ein Lebenstraum in Erfüllung. 🙂