Schwangerschaftswoche 38: Und plötzlich bin ich Mama!

little NepomukSeit dem letzten Beitrag sind einige Wochen ins Land gegangen und in meinem Leben hat sich einiges getan. Gestern vor genau drei Wochen kam unser Sohn auf die Welt und hat unser bisheriges Leben komplett umgekrempelt.

Ich hatte 38 Wochen Zeit mich auf die Geburt vorzubereiten und doch hatte ich das Gefühl als es soweit war, auf gar nichts vorbereitet zu sein. Ich will nicht näher auf die Geburt eingehen, aber vom vorzeitigen Blasensprung bis zum Zeitpunkt an dem die Hebamme meinen Sohn auf meine Brust gelegt hat, sind 32 Stunden vergangen.

32 Stunden, die zum Großteil aus Warten bestanden und erst die letzten 10 Stunden als die Wehen einsetzen, waren wirklich spannend und schmerzhaft. Es war sicher eine Geburt, bei der ich fast alles mitgenommen habe – inklusive dem Krabbeln auf das Bett, das mich zum Not-Kaiserschnitt fahren sollte, um dann 15 Minuten später doch wieder aufs Kreißsaal-Bett zurückzukrabbeln.

Als der Kleine dann auf meiner Brust lag, konnte ich vor Freude nicht weinen und habe in dem Moment auch nicht das Gefühl gehabt, dass dieser Moment einmalig sein wird. Ich war einfach zu kaputt und am Ende meiner Kräfte. Meine einzigen Gedanken im Kreißsaal: „Gott sei Dank sieht er gesund aus“ und „Bei der nächsten Geburt mache ich einen Kaiserschnitt“.

Ich habe mich wirklich gefreut, dass er auf der Welt war, aber mir wurde auch bewusst, dass jetzt nichts mehr so ist, wie drei Tage zuvor. Ich fühlte mich plötzlich noch gar nicht bereit und hätte mir mehr Zeit gewünscht – als wenn 38 Wochen nicht Zeit genug gewesen wären. Zudem bin ich auch schon 33 und kann nicht behaupten, mein Leben nicht schon exzessiv ausgekostet zu haben. Trotzdem waren die Zweifel stärker als die Freude: Schaffe ich das? Schaffen wir das gemeinsam? Kann ich ihn stillen? Kann ich erkennen, ob es ihm gut geht? Verstehe ich ihn?

IMG_7450Heute, gut drei Wochen nach der Geburt bin ich einfach nur glücklich, wenn ich ihn ansehe, bin ich so verliebt und frage mich, wie ein Baby so wunderbar, schön und lieb sein kann. Das war nicht immer so: Die ersten zwei Nächte im Krankenhaus habe ich überhaupt nicht geschlafen.

Ich habe nicht verstanden, warum er geschrien hat. Ich habe ihn fast nonstop gestillt und ihn in mein Bett geholt. Ich war verunsichert und reserviert und ich glaube, dass er das gemerkt hat.

Obwohl die Klinik und das Personal super waren, wollte ich nur nach Hause – zu meinem Freund, in unsere Wohnung, in meine Privatsphäre. Aber auch die erste Woche verlief nicht optimal: Ich durfte nicht stillen und musste abpumpen, weil meine Brustwarzen stark entzündet waren. Die Nächte waren kurz und die Tage anstrengend. Ich hatte keinen Hunger, meine Kräfte waren aufgebraucht, seit Tagen hatte ich kaum geschlafen. Meine Nerven waren am Boden und wenn der Kleine geschrien hat, wusste ich nicht was ich machen sollte. Ich fühlte mich schrecklich und war froh, dass mein Freund Urlaub hatte und wir die ersten zwei Wochen gemeinsam Zuhause verbrachten.

IMG_7487Die zweite Woche wurde besser. Ich verbrachte mehr Zeit mit dem Kleinen und wurde langsam entspannter. Langsam durfte ich auch wieder stillen, mit ein paar Tagen Pause, aber ich durfte wieder stillen. Auch wenn es ab und an ein Kampf war, so bin ich froh, dass der Kleine die Saugtechnik nicht verlernt hatte und gleich wieder von der Flasche auf die Brust wechseln konnte – sowie von der Brust auf die Flasche. Auch die Nächte wurden besser und teilweise hat sich unser Kleiner nur 02:00 Uhr und 05:00 Uhr gemeldet, was ich absolut super finde. So langsam fing ich auch wieder an Schlaf zu finden und mit dem geregelten Schlaf kam auch die Kraft wieder. Zudem haben mir auch die täglichen Spaziergänge gut getan.

Seit dieser Woche bin ich tagsüber nun allein mit dem Kleinen und ich finde es wunderbar. Wir gehen die Tage ruhig an und lassen uns nicht stressen. Wenn das Wetter schön ist, gehen wir raus. Aber manchmal liege ich mit ihm auch einfach nur auf dem Sofa und döse vor mich hin. Aktuell liegt er wieder auf meinem Oberkörper und ich kann hier meinen Blogbeitrag schreiben.

Processed with VSCOcam with t1 presetJetzt denke ich oft an die Geburt und den Moment als die Ärzte ihn hochgehoben und mir auf die Brust gelegt haben. Heute geht mir dieser Moment mehr ans Herz als kurz nach der Geburt. Ich liebe diesen kleinen Menschen von Tag zu Tag mehr und freue mich über jede Minute mit ihm. Er ist nun der Mittelpunkt unserer kleinen Familie und ich stehe nachts gern für ihn auf, um ihn zu stillen oder zu wickeln. Es macht mir nichts aus, wenn er mich so beschäftigt, dass ich mein Mittagessen erst am Nachmittag oder Abend zu mir nehme.

Ich genieße die Zeit und beschränke die Arbeiten im Haushalt auf ein Minimum, denn der Kleine braucht mich jetzt mehr. Auch wenn ich jetzt noch immer nicht sofort weiß, was ihm fehlt wenn er schreit, so bin ich doch nicht mehr so verunsichert wie am Anfang. Meist nehme ich ihn dann einfach in den Arm oder krabble in sein BabyBay und dann ist es meist auch wieder vorbei mit dem Schreianfall.

Für mich ist unser Kleiner das tollste und schönste Baby der Welt 🙂

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Schwangerschaftswoche 35: Adieu Walking, Welcome Gesundheit

Mareike in der 34. SSWSeit einigen Tagen bin ich nun in der 35. Schwangerschaftswoche und fühle mich ehrlich gesagt nicht so, als wäre ich schon auf der Zielgeraden.

Als ich vor über einem Monat den Termin für die Vaterschaftsanerkennung und die Sorgerechtserklärung beim Sozialreferat in München vereinbart habe, war meine größte Sorge, dass Fritzi einfach schon vorher auf die Welt platzt. Der Termin ist nun morgen und Fritzi hat bisher noch keine Anstalten gemacht, sich irgendwie Richtung Ausgang zu bewegen. Keine Senkwehen, kein abgesenkter Bauch – einfach nichts. Für mich ist das gut, denn jeder Tag, den er in meinem, mittlerweile sehr großen Bauch, verbringen kann, ist ein guter Tag.

Monuril und Cranberrysaft gegen die Blasenentzündung

Nachdem ich die letzten zwei Wochen die Geburtsklinik öfters von innen gesehen habe, als mir lieb war, sind nun auch die Blasenentzündung und die Nierenbeschwerden endgültig weg. Dem Antibiotikum Monuril sei Dank, einmal eingenommen und schon alles wie weggeblasen. Zur Vorsorge trinke ich nun noch jeden Tag ein gutes Schnapsglas Cranberrysaft (ohne Zucker), dieser soll Blasenentzündungen vorbeugen, sowie hin und wieder eine Kanne Fencheltee. Was diesen Körperbereich anbelangt, geht es mir also sehr gut.

Walking funktioniert nicht mehr

Seit letztem Wochenende habe ich nun auch aus verschiedenen Gründen das morgendliche Walking eingestellt:

  • Mein Körper sollte die Energie lieber für die Heilung der Blasenentzündung aufbringen, als für den morgendlichen Sport
  • Der Bauch ist in den letzten Tagen nochmal gut gewachsen und Fritzi wiegt mittlerweile 2.400 Gramm – für meinen Leistenbruch wäre walken nun einfach zu anstrengend. Ich bin zwar noch gut zu Fuß, aber irgendwann meldet sich die Leiste doch und dann drückt es einfach unangenehm
  • Ähnlich wie am Anfang drückt Fritzi nun auch wieder auf die Blase und seit einigen Tagen habe ich das Gefühl, dass ich alle 500 m auf die Toilette muss.
  • Generell bin ich nicht mehr so fit, ich merke jeden Tag, dass der Kleine wächst und Bewegung strengt mich immer mehr an. Speziell das Treppen steigen macht mich fertig. Am Anfang waren es die 4 Etagen bis zu unserer Wohnung, mittlerweile bin ich schon nach einem Treppenabsatz platt.

Fokus wieder auf gesündere Ernährung

Vegan Curry Ich muss zugeben, dass ich es in den letzten Wochen hab schleifen lassen, was die gesunde Ernährung anbelangt. Natürlich kann man sagen, dass die WM ja auch Ausnahmezustand war, aber trotzdem fühlte ich mich letzte Woche einfach nur schlecht: Burger, Pommer, Schnitzel, Schaumküsse, Schokoriegel, Zimtschnecken, Chips oder Ginger Ale – alles Sachen, die ich nicht mehr kontrolliert gegessen habe. Schon morgens hatte ich Heißhunger auf Schokolade, was eigentlich nicht normal sein kann.

Zudem habe ich mich die letzten Woche nicht wohlgefühlt und gemerkt, dass ich mich in Richtung Wackelpudding entwickle. Aus diesem Grund habe ich seit Montag den Zucker gestrichen, d. h. keine Schokolade, keine Haribos und kein Toast.

Seit Montag habe ich dann auch irgendwie keine Lust mehr auf Fleisch. Das kann daran liegen, dass ich wieder begonnen habe das Buch „Tiere Essen“ von Jonathan Safran Foer zu lesen oder weil ich mich mal wieder auf YouTube rumgetrieben habe und die VLOGs der „Vegan for Fit“ Challenger (basierend auf dem Buch „Vegan for Fit“ von Attila Hildmann) angeschaut habe. Nun, egal was der Grund sein mag, aktuell esse ich eben kein Fleisch, sondern steh eher auf Tofu und Vegetarisch. Seit Montag geht es mir auch sehr gut, ich habe nur vereinzelt Hunger auf Süßes und für diesen Fall greife ich auf weißes Mandelmus oder Bananen zurück.

Auch nach Kaffee habe ich aktuell kein Bedürfnis, wobei der Konsum in der Schwangerschaft sowieso nicht so hoch war. Zur Zeit geht es mir, abgesehen von den üblichen Schwangerschaftsbeschwerden eigentlich ganz gut. Mir ist aufgefallen, dass ich in den letzten Tagen nicht mehr so müde und k. o. bin, trotz der Hitze.

Zeit für die schönen Dinge

Fritzis LaufschuheNachdem ich mich die letzten Wochen in der Klinik oder beim Arzt rumgetrieben habe und sämtliche Foren nach Krankheiten leergesurft habe, ist jetzt die Zeit gekommen, sich um schöne Dinge zu kümmern. Am 02. August sind wir auf einer Hochzeit, für diese bastle ich gerade das Geldgeschenk – bei dem tollen Wetter natürlich auf dem Balkon. Kommenden Samstag sind wir beim Grillen und da sich die Gastgeberin gerade als Fotografin mit Fokus auf Schwangerschafts- und Babybilder ein Netzwerk aufbaut, gibt es am Samstag noch ein Fotoshooting. Es ist jetzt nichts großes oder außergewöhnliches, aber ein paar Erinnerungsbilder hätte ich doch ganz gern. Natürlich steht der Bauch im Vordergrund und ich habe schon ein paar Dinge gekauft.

  • Kleine Sneaker in Blau – klar, Fritzi ist ja ein Bub 😉
  • Aufklebbare Tattoos mit Babyfuß-Motiv (gab es gratis in der Babytüte, die beim Infoabend in der Klinik Neuperlach und im Rechts der Isar verteilt wurden)
  • Ein Bilderrahmen, in dem erst mein Bauch und später Fritzi fotografiert wird
  • Farbe, damit wir den Namen des kleinen schonmal auf den Bauch pinseln

Zudem schaue ich jetzt schon mal, welche tollen Ideen es für die Verkündung der Geburt gibt. Einige coole Sachen habe ich auch schon entdeckt, mehr gibt es aber in einem separaten Blogbeitrag. 🙂

Die letzten Wochen vor der „Niederkunft“ nutze ich jetzt auch nochmal bewusst für mich. Ich gehe vormittags in die Stadt, schlendere durch die Kaufhäuser oder verbringe 1 bis 2 Stunden im Café. Die Auszeit gönne ich mir, denn nach der Geburt liegt der Fokus auf dem kleinen Energiebündel und das er sehr aktiv ist, zeigt er ja jetzt schon im Bauch. Von wegen, ab der 34. SSW werden die Bewegungen weniger, Fritzi ist mindestens genauso aktiv wie vorher.

Was noch zu erledigen ist

Natürlich gibt es auch noch Dinge, die ich seit Wochen vor mir herschiebe und die ich nun langsam angehen muss:

  • Klinikkoffer fertig packen: kann mich nicht entscheiden, welche Strampler ich jetzt mitnehme 😉
  • Eltern- und Kindergeld beantragen
  • Vaterschaft und Sorgerecht erledigen wir ja morgen 🙂
  • Kinderkrippe wegen Warteliste anrufen, sowie weitere Kinderkrippen in der Umgebung raussuchen
  • Windeleimer habe ich gestern bestellt – nicht das der etwas besonderes wäre, aber letzte Woche beim Einkaufen haben wir ihn glatt vergessen, dafür aber jede Menge anderes Zeug gekauft
  • Mit geburtsvorbereitenden Maßnahmen vertraut machen: Hilft Himbeerblättertee wirklich und ist Magnesium so wehenhemmend, wie es in einigen Foren (da sind sie wieder) propagiert wird?

Aber jetzt geniesse ich erstmal den Tag und gehe zum Friseur, das letzte Mal als Schwangere und ohne Baby. Der nächste Termin ist sicher erst wieder im September möglich, wenn unsere kleine Familie sich eingespielt hat 🙂

 

Vom Haare färben, Kaffee trinken und weiteren Todsünden in der Schwangerschaft

Nachdem ich nun mehrmals  angesprochen wurde, ob ich mir in der Schwangerschaft die Haare färben dürfte, kann ich nur eins sagen:

Natürlich darf ich! Es gibt kein Gesetz in Deutschland, dass es Schwangeren untersagt die Haare zu färben, Kaffee zu trinken oder mehr als 10 Kilo zuzunehmen. Auch wenn es sich einige wünschen, aber für sowas kommt man zum Glück noch nicht ins Gefängnis oder muss so horrende Strafen zahlen, dass man sich einen Friseurbesuch eh nicht mehr leisten kann.

Alle Entscheidungen die ich in der Schwangerschaft treffe, treffe ich aus Überzeugung. Ich recherchiere vorher, frage meine Frauenärztin oder Hebamme und entscheide mich dann für oder gegen etwas. Und wenn beide sagen: Haare färben geht, Kaffee geht, 10 km walken geht auch und der Gewichtsverlauf ist noch nicht dramatisch, dann sehe ich nicht ein, warum ich darauf verzichten sollte oder deswegen Panik schieben sollte.

Wer Frauen indirekt Vorwürfe macht, dass sie sich die Haare färben, eine Tasse Kaffee am Tag trinken oder mehr als 10 Kilo in der Schwangerschaft zunehmen, sollte Frauen, die Schwangerschaftsdiabetes bekommen, wohl gleich beim Jugendamt wegen Kindesmisshandlung anzeigen. Werden Frauen zur Rechenschaft gezogen, wenn sie ab dem 3. Monat jede überflüssige Bewegung abstellen, auf der Couch hocken und jeden Abend Pizza essen und eine Schwangerschaft als Krankheit darstellen? Ich glaube nicht.

Keep CalmDas ich in der Schwangerschaft auf Alkohol oder Rauchen verzichte, ist ebenso selbstverständlich, wie rohes Fleisch oder rohen Fisch zu meiden. Auch Schmerztabletten, Eis, Rohmilchprodukte und leckeres Tiramisu sind tabu. Selbst mein Kaffeekonsum beschränkt sich in Summe auf eine Tasse über den Tag verteilt.

Ich denke Schwangere machen sich ausreichend Gedanken darüber, was sie können und was nicht. Da müssen nicht noch Außenstehende mit vielsagenden Blicken oder Ammenmärchen aufwarten.

Und wenn ich mir manchmal Unterhaltungen von Frauen in Foren anschaue, bin ich der Überzeugung, dass manche Frauen wirklich einfach im Bett bleiben sollten, allerdings bis zum Lebensende, denn die Paranoia die sie da an den Tag legen und damit andere noch verunsichern, ist absolut unverständlich.

Ich fühle mich als Schwangere in Deutschland sehr gut aufgehoben und dank der monatlichen Untersuchungen beim Frauenarzt, der Organscreenings und ausführlichen Recherche in Büchern, der guten App von BabyCenter, sowie auf seriösen Seiten rund um das Thema „Schwangerschaft“ kann eigentlich nichts passieren.

Jede Frau muss für sich selbst entscheiden, ob sie sich neun Monate über alles den Kopf zerbricht oder ob sie manchmal einfach ihrer Intuition folgt und Außenstehende einfach ignoriert.

Für mich gilt: Solange es Schwangere gibt, die reiten, snowboarden oder Auto fahren, solange kann ich auch noch meine Haare färben und 10 km walken gehen 🙂

Autor: Mareike Wüste

Regelmäßiges Walking in der Schwangerschaft steigert das Wohlbefinden

Nachdem ich heute wieder 10 Kilometer Walking geschafft habe und mich sehr, sehr gut fühle, schreibe ich heute mal über den Zusammenhang zwischen sportlicher Betätigung und körperlichem Wohlbefinden.

Zugegeben in den ersten drei Monaten habe ich nur sehr moderat Sport getrieben. Der aktivste Muskel meines Körpers war der Kaumuskel und die körperliche Leistung bestand einzig darin, mich zu unserer Wohnung ins 4. OG zu schleppen und mit mir selbst Burger & Schnitzel wettzuessen.

Erst nach dem dezenten Hinweis durch meinen männlichen Allgemeinarzt auf die durchschnittliche Zunahme während einer Schwangerschaft, habe ich meine Fressattacken zurückgefahren und wieder regelmäßig angefangen Sport zu treiben.

Die ersten drei bis vier Monate ging es mir auch nicht wirklich gut. Körperlich fühlte ich mich einfach nur schlapp, hatte eine Mittelohrentzündung und war überhaupt nicht gut drauf. Seelisch durchlebte ich im Büro eine schwere Zeit. Durch einen Eigentümerwechsel bei meinem Arbeitgeber, wurden 70 % meiner Kollegen gekündigt und ich aufgrund meiner Schwangerschaft von meinem Job als Community Manager abgezogen. Das verdaut man schon in einem „normalen“ Zustand sehr schwer.

Ich habe in dieser Zeit viel geweint, begleitet von Lustlosigkeit und extremen Kopfschmerzen. Und das die seelische Beeinträchtigung die Bahn für körperliche Schwächung frei macht, habe ich eben dann an der Mittelohrentzündung gemerkt. Nachdem ich diese ohne Medikamente überstanden hatte, fing ich also wieder an mit Sport. Der Sport hat mir geholfen, vom Job Abstand zu nehmen.

Joggingstrecke an der IsarIch fing wieder an mit joggen, für mich kein Problem, da ich vor der Schwangerschaft schon laufen war. Ich lief sehr langsam, aber bekam mein Puls nicht unter Kontrolle. Zudem hatte ich das Gefühl der Bauch und die Brüste, die ja nun doch ordentlich gewachsen sind, bewegten sich total unkontrolliert und machten das Joggen nicht einfacher. Nachdem durch die Erschütterungen auch meine Knie schnell schmerzten und der Druck auf die Blase stieg, entschied ich mich, einfach auf Walking umzusteigen.

Nike LaufschuheUnd so wurden auf 4 km joggen, 8 km Walking und da das so super funktionierte, nutzte ich die wunderschöne Strecke an der Isar und baute immer weiter auf: 9 km, 10 km, 11 km und schließlich 12 km. Kurze Strecken absolvierte ich abends nach dem Büro, lange Strecken früh morgens am Wochenende. Es kommt vor, dass ich Samstag 06:30 Uhr wach werde und dann meine 12,5 km laufe, die dann auch schon mal 01 h 58 min in Anspruch nehmen. Für meinen Freund ist das kein Problem, dann kann er ausschlafen und wenn ich wieder da bin, gibt es Frühstück.

Seit ich regelmäßig walke, geht es mir super. Mein Gewicht habe ich unter Kontrolle, ich fühle mich super fit, bis auf die minimalen Beeinträchtigungen beim Treppen steigen. Selbst von Wassereinlagerungen bin ich bisher fast komplett verschont geblieben.

Laufdokumentation mit RuntasticDa ich ein Geek bin, starte ich natürlich auch nur gut ausgerüstet zu meinen Walking-Runden. Zur Messung der Laufstrecke habe ich mich für die Runtastic App entschieden, dazu kann man für 50 EUR auch einen Brustgurt kaufen, der über die App den Puls anzeigt. Somit bleibe ich immer schön im grünen Bereich. Zudem habe ich nun 2 Hanteln (je 1,5 kg), die für das Joggen geeignet sind und die sich leicht tragen lassen.

Das ich mich für Hanteln und nicht für Stöcke entschieden habe, hat was mit Würde und Anstand zu tun. Irgendwie musste ich mich ja von den stöckeschwingenden und dauerschwatzenden Frauen im Jogginganzug aus Ballonseide unterscheiden. 🙂

Ich kann jeder Frau nur empfehlen, während der Schwangerschaft regelmäßig zu walken. Nach Rücksprache mit meiner Frauenärztin und meiner Hebamme ist auch die Distanz von 12 km kein Problem für mich und mein Kind. Wie bei vielen Dingen in der Schwangerschaft gilt auch hier: Was der Mutter gut tut, ist auch für das Kind gut.

Autor: Mareike Wüste

Das Debakel mit dem Gewicht

Aus gegebenen Anlass widme ich mich heute mal einem zentralen Thema der Schwangerschaft: Die Gewichtszunahme.

Ich gehöre wohl zu der Sorte Schwangeren, die den Schwangerschaftstest aus der Apotheke als Freifahrtsschein sehen, um die Fressbremse zu lösen und die es schaffen schon in den ersten drei Monaten ein ordentliches Fettfundament aufzubauen. Zu verdanken habe ich das meiner abwechslungsreichen Ernährung, die zwischen Pellkartoffeln mit Quark, Wiener Schnitzel und Käsespätzle hin und her pendelte. Natürlich könnte ich es auch auf den Magen schieben, der durch die USA-Reise und den damit verbundenen täglichen Burger schön ausgeleiert war. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass ich den Test kurz vor Weihnachten gemacht habe und an Weihnachten natürlich auch fröhlich Ente, Klöße und Plätzchen gemampft habe.

Aufgrund meines Saumagens ging die Hormonumstellung dann auch relativ „kotzfrei“ an mir vorbei, weswegen ich auch nicht zu den Frauen gehörte, die in den ersten drei Monaten ABNEHMEN!

Und so kam, was kommen musste: Mein Allgemeinarzt, als Mann natürlich eine Koryphäe im Sammeln von Schwangerschaftserfahrungen, meinte im März, das man nur zwischen 9 und 10 kg während der gesamten Schwangerschaft zunimmt. Na klar, wenn ich schon vor der Schwangerschaft einen BMI von über 30 gehabt hätte, dann wäre das auch richtig. Auch aus einem Elefanten wird kein Brontosaurus. Obwohl ich auch heute noch der Meinung bin, dass mein Allgemeinarzt sich lieber um meine Mittelohrentzündung gekümmert hätte, statt um meine Schwangerschaftspfunde, pardon, -kilos, so hat er doch dafür gesorgt, dass ich seit Mitte März mehr oder weniger konsequent auf mein Gewicht achte.

Bisher hatte ich es beim Frauenarzt geschafft, das Gewicht unter Kontrolle zu halten, in dem ich einfach großzügig 500 Gramm vom angezeigten Gewicht auf der Waage abgezogen habe. Gott sei Dank war die Sprechstundenhilfe immer mit dem Eintragen der Blutdruckwerte beschäftigt, sodass kein Kontrollblick auf die Waage erfolgte.

Das Gewichtsdebakel habe ich hier auch mal bildlich zusammengefasst. Auch bei hormonbedingten Seh- und Kombinationsschwächen ist doch ein „leichter“ Anstieg des Körpergewichts nicht von der Hand zu weisen.

Mareikiis Gewichtsverlauf

Aktuell kann ich zwar mein Gewicht immer noch so gut unter Kontrolle halten, wie die griechische Regierung ihren Staatshaushalt, aber die Waage springt jetzt zumindest nicht mehr in 2-Kilo-Schritten.

Bis jetzt hat meine Frauenärztin, im Gegensatz zu meiner Nachsorge-Hebamme noch keine Schnappatmungen bei meinem Gewichtsverlauf bekommen, aber ich fühle mich viel besser, seitdem ich wieder regelmäßig Sport treibe und das Abendessen hin und wieder durch eine leckerer Portion Grießbrei von Milupa ersetze. Letztendlich begünstigt eine rasche und starke Gewichtszunahme leider Schwangerschaftsdiabetes. Ich musste letzte Woche den Test machen und bin zum Glück davon verschont geblieben, auch wenn einige Vorzeichen wohl auf die Erkrankung hingedeutet haben.

Autor: Mareike Wüste

Die Schwangerschaft schreitet voran

Seit dem letzten Beitrag sind Monate vergangen. Nun bin ich im 7. Monat und der Bauch ist für jeden ersichtlich. Auch wenn ich während der Schwangerschaft das Gefühl habe, die Zeit bleibt stehen und es geht so gar nicht voran, irgendwie habe ich nun ja doch die 26. Schwangerschaftswoche erreicht und in den letzten Wochen und Monaten hat sich einiges getan.

Das Fritzi Projekt

Neben der vielen Lektüre, die man als Schwangere so konsumiert, die ständigen Rekorde bei der Gewichtszunahme und die Recherche von sinnfreien Fragen in noch sinnfreieren Foren gab es in der letzten Zeit doch einige Fortschritte in der Schwangerschaft:

  •  „Das Baby“ hat nun den Projektnamen „Fritzi“, der schon so präsent ist, dass wir aufpassen müssen, dass er nicht zufällig auf der Geburtsurkunde landet.
  • Wir haben die Nackenfalten Messung und das Organscreening hinter uns gebracht
  • Fritzi ist nun nicht mehr nur eine Erbsenschote, sondern eine fette Kohlrübe, was die Größe und das Gewicht anbelangt
  • Die Babyeinrichtung ist nun komplett und wartet so sehnsüchtig wie ich darauf endlich genutzt zu werden
  • Der Test für die Schwangerschaftsdiabetes hat mich im wahrsten Sinne umgehauen
  • Die Nachsorge-Hebamme durfte ich schon kennenlernen
  • Der Geburtsvorbereitungskurs ist fest gebucht
  • Die Geburtsklinik ist ausgewählt
  • Die Babywunschliste auf Amazon erstellt

Einzig die Namensfindung stagniert weiter auf dem Niveau einer Erbsenschote. Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer sein wird, einen Namen zu finden, von dem beide absolut überzeugt sind.

Neben der Namensfindung schiebe ich auch den bürokratischen Teil der Schwangerschaft immer weiter vor mir her. Elterngeld, Kindergeld, Mutterschutzgeld oder Anerkennung des Babys durch den leiblichen Vater: Alles Dinge, die ich noch nicht angefasst habe, aber die so langsam auf mich zu rollen. 🙂

Von der Suche nach einem Krippenplatz mal ganz zu schweigen. 😦

Aber die Schwangerschaft ist nun mal ein Step-by-Step-Projekt und so bin ich guter Dinge, dass wir auch diese Themen erledigen können.

Autor: Mareike Wüste

Fuck The World I’m Pregnant!

Seit vergangener Woche ist es offiziell: Ich bin schwanger!

Foto 1Nun weiß es nach Google, mir, meinem Frauenarzt auch mein Arbeitgeber, meine lieben Kollegen, meine Freunde und natürlich meine Eltern. Auch wenn ich sonst nicht der Geschenk-Surprise-Ich-verschlag-euch-die-Sprache-Typ bin, so konnte ich es mir doch nicht verkneifen, meinen Eltern die Botschaft per Paket zukommen zu lassen.

Ein Paket bot sich schon aufgrund des Zeugungsortes, SAN FRANCISCO, an. Also orderten wir bei Spreadshirt zwei Strampler jeweils mit „I love Opa“ und „I love Oma“ und verpackten diese einzeln, dazu eine Geschenkkarte mit dem knappen Verweis auf ein Andenken aus San Francisco. Damit auch wirklich nichts schief gehen konnte, packten wir sicherheitshalber noch die Ultraschallbilder rein.

Die Überraschung gelang und meine Eltern riefen am Samstag überglücklich an. Insgeheim hatten sie wohl das Thema „Enkel“ schon abgeschlossen und waren sich an Weihnachten 2012 sehr sicher, „dass ich es wohl nie vor den Traualtar schaffen würde und ich wohl immer sehr wechselhaft sein werde. Sie mich aber trotzdem weiter lieben würden.“

Foto 2Ich hätte es selbst auch nicht geglaubt, noch vor einem Jahr war Glück für mich: In der Bar abhängen, möglichst als letzte nach Hause zu gehen, verkatert aufzuwachen, planlos das Wochenende zu überstehen und auch sonst mehr im hier und jetzt zu leben, als an die Zukunft zu denken.

Jetzt ist alles anders: Es gibt so viele Sachen, die man erledigen muss. Ob Geburtsklinik oder Hebamme, Untersuchungen oder Behördengänge, alles muss organisiert werden. Statt in Bars abzuhängen, lese ich Schwangerschaftslektüre, Gesetzestexte für den Mutterschutz oder Bewertungen von Geburtskliniken.

An Feiern denke ich nicht mehr. Ich bin glücklich, wenn ich mich mit Freunden treffe, mein Schnitzel esse, Ginger Ale trinke und um 22 Uhr nach Hause watscheln kann. Ja, das macht mich glücklich!

Ich bin dankbar dafür, dass mir so was tolles zuteilwurde und ich hoffe, dass sich die nächsten zwei Trimester genauso toll anfühlen, wie das erste Schwangerschaftstrimester.

Für mich war der Zeitpunkt perfekt und ich bekomme endlich die Gelegenheit erwachsen zu werden, Verantwortung zu übernehmen und die Zeit zu nutzen, die mir gegeben ist.

Auf die nächsten Schwangerschaftswochen erhebe ich meine Tasse mit Kräutertee und kann nur sagen: Yeah, Fuck The World! I’m PREGNANT!

Autor: Mareike Wüste