Bye, Bye, New York!

Nach einem sieben Stunden Flug sind wir heute früh um 07:20 Uhr wieder in München gelandet. Hinter uns liegen ein paar unvergessliche Tage und die wohl einzige Reise, bei der wir mal nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gehetzt sind, sondern auch mal entspannt im Hotel vor uns gammelten oder ich 26,2 Meilen durch New York spaziert bin. 😉

Die Rückreise war irgendwie voll von merkwürdigen Situationen, dass ich an Bord der Maschine dachte, wir würden in einem Film mitspielen.

IMG_9213Als wir gestern beim Port Authority Bus Terminal in den Newark Airport Express eingestiegen sind, fing es schon an: Wir saßen hinten im Bus und ein altes Ehepaar setzte sich zu uns. Da die ältere Dame unseren Sohn so „cute“ fand, sind wir ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus, das die beiden nicht nur die gleiche Maschine nach München gebucht hatten, sondern auch bei uns in der gleichen Reihe saßen. Ich meine, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man in New York in einem Bus Shuttle jemand trifft, der wenige Stunden später neben einem im Flieger sitzt.

Als wir an unserem Terminal ankamen, trennten sich unsere Wege. Wir checkten ein und gingen zur Sicherheitskontrolle. Dort sprach uns wieder eine Frau an, die auch ein kleines Kind hatte und wollte wissen, wo wir hinfliegen. Als wir sagten, dass wir nach München fliegen, meinte sie, dass sie auch vor zwei Wochen dort gewesen ist und es so toll fand, dass sie wieder hinwollte. Auch unsere Wege trennten sich wieder und wir durchliefen die Sicherheitskontrolle. Zu meinem Erstaunen, musste ich nicht durch den Körperscanner, sondern konnte durch den normalen Scanner laufen. Natürlich wusste ich, dass mein Sohn nicht durch den Körperscanner musste, aber das ich dann auch gleich davon ausgeschlossen wurde, hat mich doch überrascht.

Nachdem wir die Kontrolle passiert hatten, suchten wir uns etwas zu essen. Bei Smashburger wurden wir fündig, holten das essen und suchten uns einen Platz. Hinter uns setzte sich eine Stewardess von United, die kaum in ihren Burger beißen konnte, als eine etwas tütelige Oma sie nach dem Flug nach San Francisco fragte. Nach einigem Suchen und telefonieren, schickte sie die Oma dann zum Gate, ob die Oma angekommen ist, weiß man nicht 🙂

Im Flieger trafen wir dann erst auf unser älteres Pärchen wieder und dann später auf die Stewardess, die der Oma geholfen hat. Zudem hatten wir wieder eine Stewardess, die wir schon auf dem Hinflug hatten und der Kapitän, den mein Freund auf der Toilette getroffen hatte, flog unsere Maschine nach München. Nur das wir die gleichen Sitzplätze hatten, wie beim Hinflug war kein Zufall, sondern aufgrund der telefonischen Reservierung.

Da der Flug über Nacht ging, hoffte ich, dass unser Kleiner genauso gut schlafen würde, wie er es auf dem Hinweg getan hat. Bis zum Start sah das nicht so aus, denn der Kleine schrie und schrie und schrie. Wir wussten das er todmüde war, konnten ihn aber nicht beruhigen. Nachdem ich ihn gefüttert habe, wurde er müde und schlief sechs Stunden von den sieben Stunden. Für mich ein Traum. Obwohl der Kleine so unkompliziert war, hat von uns beiden keiner geschlafen und meine Augenringe sind schon Kategorie „Panda“.

Pünktlich um 7:20 Uhr landeten wir in München. Nach Zollkontrolle, Gepäckabgabe und S-Bahn-Fahrt zum Ostbahnhof waren wir endlich wieder daheim. Zuhause musste ich mir erstmal im Hausflur Platz für meinen Kinderwagen schaffen, denn mittlerweile ist in unserem Haus das vierte Baby zur Welt gekommen. Schon jetzt ist der Platz für die Kinderwägen knapp und im November wird das 5. Paar ein Baby bekommen. Als ich Anfang des Jahres gehört habe, dass von 10 Parteien im Haus, fünf in einem Jahr Nachwuchs bekommen, konnte ich es gar nicht glauben und nun stehen die Kinderwagen aufgereiht im Flur. Die Zeit rast, Leute!

Nachdem wir nun alle Koffer ausgepackt haben, die Wäsche gewaschen und alle Schnuller und Stillhütchen sterilisiert haben, kommt so langsam die Routine wieder. Nur unser Kleiner findet das wohl nicht und beharrt darauf, dass wir jetzt, wie in New York auch, gemeinsam ins Bett gehen und er gefälligst auch in unserem Bett schlafen kann. Ich bin gespannt, ob wir ihm das gemeinsame zu Bett gehen wieder abgewöhnen können. 🙂

Morgen muss er erstmal zum Arzt und seine Impfung abholen. Da er heute Abend geweint und kräftig auf meinem Finger rumgebissen hat, haben wir das Gefühl, dass sich vielleicht schon ein Zahn ankündigt. Da ich immer etwas nervös werde, wenn der Kleine ohne Grund weint, bin ich froh, dass wir morgen gleich zum Arzt gehen können.

Und am Freitag beginnt endlich unser PEKiP-Kurs bei der Fabi in Neuerlich. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie das wohl bei unserem Sohn ankommt. 🙂

 

 

 

Tag 4 in New York: Regeneration und Sightseeing

Frühstück im HotelDer Morgen nach dem Marathon fühlt sich wahrscheinlich bei jedem, der einen Marathon gelaufen ist, ähnlich an. Bei mir schmerzten die Oberschenkel, doch zum Glück haben die Amerikaner ziemlich hohe Betten, sodass das Aufstehen relativ gut funktioniert hat. Da ich am Abend noch meine Blasen an den beiden großen Zehen verarztet hatte und meine Beine mit Japanischen Heilpflanzenöl eingeschmiert hatte, waren die größten Schmerzen nach ein paar Schritten weg.

Nachdem ich mich quasi eingelaufen habe, ging es zum Frühstück. Da der Marathon ja doch einige Kalorien verbrennt und ich mit dem Burger am Abend davor noch nicht alles wieder ausgeglichen hatte, gönnte ich mir ein sehr reichhaltiges Frühstück mit Pancakes, Rührei und Toast. 🙂

Mit dem Babyjogger am Times SquareNach der Stärkung ging es Richtung Times Square zu MAC Cosmetics, da ich mir neues Make-up kaufen wollte. Danach humpelte ich weiter zu GAP und kaufte mir einen Sweater.

Trotz Schmerzen im Fuß bin ich dann nochmal zu UNIQLO in die Fifth Avenue gehumpelt und hoffte mit der Motivation nach dem Lauf etwas zu finden, aber Fehlanzeige. Der Schwangerschaftsspeck klebt halt auch nach einem Marathon wie Pattex am Körper und ich war mit keinem Kleidungsstück zufrieden.

Dafür konnte der Kleine von der MoMa Edition bei UNIQLO nicht genug bekommen. Die bunten Shirts hatten es ihm angetan und wenigstens er quietschte vergnügt vor den Modellen rum. 🙂

Blick aus unserem HotelfensterNach dem Ausflug auf die Fifth Avenue genossen wir noch das tolle Wetter und schlenderten langsam Richtung, langsam deswegen, weil ich leider nicht in der Lage war schneller als eine Schildkröte zu laufen und immer froh war, wenn ich die Ampelüberquerung noch rechtzeitig geschafft habe ;-).

Im Hotel angekommen, hat mich die Müdigkeit komplett überrumpelt und ich bin eingeschlafen und erst abends um neun Uhr wieder aufgetaucht. So kann man natürlich auch den letzten Tag in der Stadt, die nie schläft, verbringen.

 

 

Ich laufe den TCS New York City Marathon 2014 – 3 Monate nach der Entbindung

Es kam was kommen musste: Ich wachte auf und wusste, dass heute der 02. November war. Ein Datum, dass mich über ein Jahr begleitete und auf das ich mich doch nicht im geringsten vorbereiten konnte. Heute war der Tag der Tage und er begann schon sehr früh.

Der Weg zum Startgelände

Damit ich auch etwas vom Tag hatte, klingelte mein Wecker schon um 4:45 Uhr, da wir uns mit der Reiseagentur um 5:45 Uhr in der Lobby verabredet hatten, um dann um 6:00 Uhr Richtung Staten Island zu fahren. Nachdem ich mich von meinem Freund und meinem Sohn verabschiedet hatte, machte ich mich auf zur Lobby. Aus dem Fahrstuhl turkelten mir drei Leute entgegen, die wohl gerade von einer Motto Party kamen und mir im Fahrstuhl ne ordentliche Alkoholfahne hinterliessen. In der Lobby angekommen, war ich nicht die erste und es war schon richtig High Life mit den ganzen Läufern. Jetzt hieß es nur warten auf die Abfahrt. Um 6:10 Uhr fuhr unser Bus los Richtung Staten Island. Um 7:04 Uhr überquerten wir mit dem Bus die Verazzano Brücke, über die wir dann gleich nach dem Start wieder Richtung Brooklyn laufen mussten. Als wir am Startgelände ankamen, strömten schon tausende Läufer in Richtung ihrer zugeteilten Bereiche. Ich gehörte in den grünen Bereich, d. h. mir war es nicht vergönnt auf der Brücke zu laufen, sondern eine Ebene drunter.

Warten auf den Start

Warten auf den StartNachdem ich also in meinem Bereich angekommen war, lief ich erstmal rum, um mich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Natürlich habe ich mich dann auch gleich mal an der falschen Schlange angestellt und statt Kaffee hätte es dann nur heißes Wasser gegeben. Zum Glück habe ich es dann irgendwann doch gemerkt, bin zum Dunkin Donuts Stand und habe dort meinen Kaffee getrunken. Danach noch einen Bagel mit Rosinen und einen Powerbar Riegel und ich war bereit mir meinen Platz für die nächsten Stunden zu suchen. Das Wetter war sehr kalt und ich hatte mir eine alte Fleecejacke mitgenommen, die ich dann irgendwo auf der Strecke zurücklassen wollte. Trotz Fleecejacke und Sitzgelegenheit aus Plastiktüten war mir immer noch kalt. Ein Profiläufer, der sich neben mir für den Start fertig gemacht hat, schenkte mir seine Wärmefolie und die hat mich dann über die Stunden gerettet.

 

Der Start

Kurz vor dem StartIch war für die 4. und damit letzte Welle eingeteilt. Der Start dieser Welle war für 10:55 Uhr angesetzt, d. h. nach meiner Ankunft in Fort Wadsworth um 07:20 Uhr musste ich gute 3,5 Stunden überbrücken. Das klingt aber länger, als es wirklich ist, denn die ganzen Läufer zu beobachten, Kaffee zu holen oder auf die Toilette zu gehen, nimmt einiges an Zeit in Anspruch 🙂

Um die 72.000 Läufer zu koordinieren, gab es nicht nur vier Startwellen, sondern auch Corrals, die von A bis F gingen. Ich war in A eingeteilt und damit viel näher als jemand aus Corral C oder F. Um 10:15 Uhr fanden sich alle Läufer der 4. Startwelle an ihrem Corral ein, um 10:40 Uhr wurden die Corrals geschlossen und wir zum Start an die Verrazano Bridge geführt.

Pünktlich um 10:55 Uhr ging der Kanonenschuss los und zu „New York, New York“ setzte sich unsere Welle unter lautem Jubel endlich in Bewegung und für mich begann endlich die Erfüllung eines Traumes.

Meile 1 bis 10

Marathon Bild 1Die ersten zwei Meilen führten über die Verrazano Bridge, die längste freistehende Brücke in Amerika. Die Brücke ist der schwierigste Teil beim Marathon, da es erst 1,5 km stetig bergauf geht und dann wieder 1,5 km bergab. Die Strecke war zwar nicht ohne, aber da ich in Stuttgart gelebt habe, wusste ich, wie man Steigungen läuft. Nach dem wir die Brücke – mit einem einmaligen Ausblick aufs Meer und Manhattan geschafft haben, ging es nun die nächsten Meilen durch Brooklyn.

Marathon Bild 2Für mich war bei dem Marathon ja die Zeit nicht so wichtig, sondern das Erlebnis durch alle fünf Bezirke von New York zu laufen. Ich wurde schon in Brooklyn überrascht, denn ich wusste nicht, dass es dort so süße Häuser und schöne Straßen gibt. An der Straße standen die Anwohner und feuerten uns an, reichten uns Taschentücher, Bananen oder Kekse. Und so lief ich meine ersten 10 Meilen des New York Marathon

Meile 10 – 20

Marathon Bild 7Die Strecke durch Brooklyn zog sich ewig und ich fragte mich, ob das jemals ein Ende haben wird. Doch dann erreichte ich den Mc Guiness Blvd und damit die Brücke, die von Brooklyn nach Queens führte. Auf der Mitte der Brücke durchlief ich dann die Meile 13,1 und wusste, dass ich nun die Hälfte geschafft habe. Da ich ab Meile 10 Schmerzen im linken Bein hatte, bin ich ab da immer abwechselnd gewalkt, gelaufen, gewalkt, gelaufen. Selbst beim Walken habe ich immer noch Läufer überholt, wurde aber auch von vielen überholt.

Einige Läufer habe ich immer wieder gesehen, mal habe ich sie überholt, mal sie mich. Darunter war auch ein blinder Läufer, der mit seinem Hund die 26,2 Meilen lief.

Marathon Bild 19Nach dem ich eine Weile durch Queens lief, erreichte ich die Queensboro Bridge, die nach Manhattan führte. Hatte ich die Verrazano Bridge noch gut geschafft, bin ich bei der Queensboro Bridge fast gestorben. Die Brücke zog sich unendlich und selbst als es am Ende wieder bergab ging, tat mir alles weh. Zum Glück waren bei der Brücke Toiletten aufgestellt, bei denen die Läufer nicht anstehen mussten.Ich nutzte die Gelegenheit für eine kurze Pause und dann ging es in Manhattan auf die First Avenue Richtung Norden. Die Strecke zog sich von der 60. bis zur 126. Straße, danach ging es über die Willis Avenue Bridge in die Bronx.

Meile 20 – 26,2

In der Bronx erreichte ich nun Meile 20, mittlerweile tat mir nicht mehr nur die linke Beinhälfte weh, sondern auch die Schienbeine und Fußballen. Aber he, ich hatte schon 20 Meilen geschafft – nur noch 6,1 Meilen und ich bin Finisher des New York Marathon. Mittlerweile war ich mehr am walken als am laufen, aber das war mir egal.

Und so schleppte ich mich durch die Bronx, vergaß die Zeit und freute mich über die Zuschauer, die Musikbands und die Bananen, die wir nun bei jeder Meile bekamen.

Marathon Bild 14Nach einem kurzen Abstecher in die Bronx ging es wieder zurück nach Manhattan. Erst liefen wir durch Harlem und dann erreichten wir den Central Park. Gefühlt eine Ewigkeit liefen wir die Fifth Avenue runter, auf der rechten Seite der Central Park, auf der linken Seite Häuser. Langsam begann die Dämmerung, durch das Walken wurde mir kalt, da ich nur ein Laufshirt trug und der Wind durch die Straßen pfiff. Meine Füße schmerzten, meine Hände waren blau und ich verfluchte mich, weil ich meine Fleecejacke und meine Handschuhe schon bei den ersten 10 Meilen entsorgt hatte.

Auf Höhe des Guggenheim Museum ging es endlich in den Central Park und in Richtung Meile 24. Auch im Park waren noch jede Menge Zuschauer, doch die nahm ich kaum noch wahr. Die Zahl der Walker hatte nun stark zugenommen und so walkte ich in der Masse Richtung Meile 25, die sich ewig zog. Mittlerweile war es fast dunkel und arschkalt. Als ich den Kilometerpunkt 40 überquerte, wusste ich, dass es nur noch etwas über 2 Kilometer bis zum Ziel waren. Ich fing an zu überlegen, wie weit 2 Kilometer in München waren und versuchte mir einzureden, dass das nur noch ein Furz ist, den ich laufen muss.

Marathon BIld 15Als ich endlich Meile 25 durchquert hatte, fing ich wieder an zu laufen. Ich hatte noch die Ausdauer und weh tat es beim laufen auch nicht. Also lief ich, soweit ich konnte, dann walkte ich wieder ein Stück und lief dann wieder. Ich wollte jetzt einfach nur noch ins Ziel kommen. Bald erreichte ich den Punkt, der anzeigte, dass es nur noch 800 m sind. Nur noch 800 m bis zum Ziel und zur Erfüllung meines Traums. Ich habe nur gedacht „Bau jetzt keinen Scheiß, Mareike. Kein Stolpern, kein Umknicken, nichts, was dich jetzt noch vom Zieleinlauf abhalten könnte“.

IMG_9071Mittlerweile erreichten wir die Parallelstraße zur 58. Straße, dann den Columbus Circle und liefen danach wieder Richtung Norden, nun waren es nur noch 400 m, es kam noch eine Abbiegung und dann wieder eine Kurve. Langsam fingen alle Walker wieder an zu laufen und auch ich lief wieder. Dann sah ich die Finish Line und wusste, dass ich es geschafft habe. Zwar nicht mit der letzten Kraft, aber doch sehr erschöpft überquerte ich die Finish Line.

Ich hatte es also wirklich geschafft und bekam hinter der Finish Line erst meine Medaille, dann meine Wäremfolie und schliesslich den Proviantbeutel. Noch nie hatte ich mich so sehr über einen Apfel gefreut.

Nun musste ich nun noch meine, vor dem Start abgegebenen Sachen beim UPS Wagen abholen und dann ging es Richtung Hotel. Der Weg zurück aus dem Central Park zog sich ewig und ich musste 15 Querstraßen laufen. Irgendwann sah ich einen Rikscha-Fahrer und beschloss mit ihm zum Hotel zu fahren. Die Fahrt hat mich 55 Dollar gekostet und war jeden Dollar wert.

IMG_9093Ich kam als Finisher des New York Marathon wieder zurück ins Hotel und freute mich einfach nur, dass ich es geschafft hatte und nun wieder bei meinem Freund und meinem Sohn war.

Mit diesem Tag ging für mich trotz der schwierigen Voraussetzungen (drei Monate nach der Geburt meines Sohnes und ohne jegliches Marathon Training) ein Lebenstraum in Erfüllung. 🙂

Tag 2 in New York: Shoppen und Relaxen

Nachdem wir alle Formalitäten für den Marathon erledigt hatten, stand uns der zweite Tag hier in New York zur freien Verfügung. Den verbrachten wir, typisch für New York, eben mit shoppen, essen und relaxen.

Ellens Stardust DinerZum Frühstück ging es in Ellens Stardust Diner am Broadway, ein Restaurant was wohl bei Familien sehr beliebt ist. Da wir früh dran waren, haben wir gleich einen Tisch bekommen. Die Leute die eine halbe Stunde später kamen, mussten dann schon vor der Tür warten. Das tolle an dem Laden sind die singenden Bedienungen. Immer wieder steht ein Kellner, der gerade noch die Bestellung aufgenommen hat, auf einem Podest und singt einen Song. Manchmal wird auch während des Singens weiter serviert oder abkassiert. Das Essen hat mich nicht so vom Hocker gehauen, aber die Stimmung war, ein Tag nach Halloween, wirklich super.

Mit Nepomuk im Disney StoreWeil ich es unserem Sohn versprochen habe, liefen wir nach dem Frühstück zum Disney Store am Time Square. Da er den Mickey Maus Ballon von der Wiesn so toll fand, dachte ich ernsthaft er findet auch Mickey Maus geil. Aber so richtig hat ihn Mickey Maus im Disney Store nicht vom Hocker bzw. aus dem Kinderwagen gehauen und so sehr ich mit der Maus vor ihm rumwackelte, so wenig hatte er Bock auf Lachen oder sonstige Sympathien für die Maus mit den großen Ohren. Also musste Mickey Maus dann einfach im Laden bleiben. Wir sind dann weitergegangen zu Toys“R“Us, der nur wenige Meter vom Disney Store entfernt ist. Auch wer keine Kinder hat, sollte sich den Laden anschauen. Er ist wirklich gigantisch und mitten im Laden steht ein Riesenrad in dem die Kinder und ihre Eltern fahren können.

Dann gibt es noch eine Jurassic Park Abteilung mit einem animierten T-Rex und unendlich viele weitere tolle Sachen. Wenn man die Verkäufer sieht, so kann man denken, dass sie den tollsten Job der Welt haben, denn sie lassen die ganze Zeit Helikopter fliegen oder schminken die Kinder. Ein paar coole Klamotten für den kleinen Spatz haben wir dann dort auch noch abgestaubt.

Danach gingen wir dann zu UNIQLO und GAP, beides Läden, die es in München nicht gibt. Ich glaube GAP gibt es in Deutschland überhaupt nicht mehr und UNIQLO wohl nur in Berlin. Naja, jedenfalls wollte ich mich dort mal wieder mit Sachen eindecken, wie die letzten Jahre zuvor auch. Aber tja, drei Monate nach der Geburt ist nicht nur der Marathon eine Challenge, sondern auch die Kilos, die immer noch am Körper kleben wie Pattex. Genervt habe ich irgendwann aufgegeben und mir nur einen Fleece Pullover gekauft. Dafür haben wir etwas für meinen Freund und unseren Kleinen gefunden. Überhaupt fand ich es jetzt schöner für den Kleinen einkaufen zu gehen, als für mich. Das wir nicht die komplette Kinderabteilung von GAP leergekauft haben, wundert mich jetzt noch. 🙂

Nachdem wir unsere Shoppingtour beendet hatten und kein Mittagessen bekommen haben, nicht das New York nichts zu bieten hätte, nein, wir wollten unbedingt bei Wendys (wegen der Tradition) essen, aber haben leider keinen Kinderwagen-gerechten Weg zum „Restaurant“ gefunden. Darum hieß es auch diesen Abend wieder: Essen im hoteleigenen Restaurant. Mir war das lieb, denn ich musste früh ins Bett und war vor Nervosität sowieso nicht in der Stimmung für Essen irgendwo in Manhattan.

Für mich begann die letzte Nacht vor dem Marathon, dank der Zeitumstellung hier in den USA sollte es auch eine lange Nacht werden. 🙂

Tag 1 in New York: Abholen der Startnummer, Marathon Kick-off und Peter Kloeppel

Nachdem wir schon nachts fast den ganzen Kaffeebestand im Zimmer leergetrunken haben, ging es am nächsten Morgen koffeinfrei Richtung Startnummernausgabe. Unterwegs machten wir einen kurzen Zwischenstopp bei Walgreens am Time Square und versorgten uns mit Obst, Snickers und Wasser. Nach dem kurzen Snack auf dem Time Square, das Wetter war super, machten wir uns auf in Richtung Javiers Center.

Abholung der StartnummerDie Startnummerausgabe erfolgte in einem großen Messegelände, da wir schon gegen 10:40 Uhr dort waren, gab es zwar schon sehr lange Schlangen, dass war aber nichts gegen das, was wir beim Verlassen des Gebäudes sahen. Eine Menschenschlange soweit das Auge reicht, aber gut, wenn 72.000 Läufe ihre Nummer nur an zwei Tagen abholen können, dann wird es schon mal eng. 🙂

Als wir also ankamen, hieß es erstmal: Warten, warten, warten. Nach gut einer Stunde war es dann soweit und ich flitzte mit meiner BIP-Nummer, die analog zu meiner Startnummer war, zu meinem Schalter und holte mir gegen Vorlage meines Reisepasses die Startnummer ab. Danach ging ich zur Ausgabe des Goody Bags und bekam dort neben dem Beutel, der später für den Marathon als Transportbeutel verwendet werden sollte, mein blaues Marathon Shirt.

Die Startnummer ist daEntgegen meiner Erfahrung gab es für die Zeitmessung keinen extra Chip für die Schuhe, sondern der Chip klebte hinterrücks auf der Startnummer. Um den Chips freizuschalten, musste man am freundlichen Organisationsteam vorbei und diese schalteten den Chip dann über einen Scanner frei. Nachdem alles erledigt war, liefen wir noch etwas über die Marathonmesse und ich kaufte mir für mein iPhone 6 eine Laufhülle, damit ich während des Laufs Musik hören konnte.

Wieder raus aus der Halle sahen wir die Menschenmasse, die sich mittlerweile vor der Halle versammelt hatte. Für uns hieß es nun: Weiter zur Marathon Kick-Off Veranstaltung von dem Reiseanbieter, über den ich den Startplatz gebucht hatte. Wir stoppten noch kurz in einem Drugstore, kauften für den Kleinen Pampers (die Sesamstraßen Edition) und gingen dann Richtung Veranstaltungsort.

Kick-Off Veranstaltung Die Veranstaltung fand in einem bekannten Jazzclub statt. Hier erzählten Thomas Wessinghage und ein 25-facher Teilnehmer von ihren Erfahrungen beim New York Marathon. Kurz vor Beginn der Veranstaltung kam auch Peter Kloeppel, der Nachrichtensprecher, der dieses Jahr den Marathon zum 4. Mal lief. Ehrlich gesagt, wusste ich nur, dass es Peter Kloeppel war, weil die Organistoren es gesagt haben.  Während der ganzen Veranstaltung hat sich mein Freund wie immer ganz lieb um den Kleinen gekümmert, damit ich entspannt die Veranstaltung verfolgen konnte.

Danach ging es zum Essen in ein Restaurant, das wir letztes Jahr in San Francisco entdeckt hatten und auch in New York wieder gefunden haben: Dave & Buster’s. Die Burger hier sind super und neben dem Restaurant gibt es eine Spielhölle. Wir waren auch kurz mit dem Kleinen drin, da er ja auf leuchtende und blinkende Sachen steht. Wer also auf Spielhölle und Burger steht, dem kann ich Dave & Busters nur wärmstens empfehlen.

Stärken im Dave & BustersNachdem wir gegessen hatten, ging es mit einen Zwischenstopp bei Walgreens wieder zurück ins Hotel. Da wir drei ziemlich kaputt vom Tag und der kurzen Nacht waren, aßen wir gleich auf dem Zimmer und verfolgten im Fernsehen die Eröffnungsfeier für den New York Marathon, der hier sehr groß gefeiert wird. Die Moderatoren meinten, dass in diesem Jahr 2.000 Deutsche beim Marathon mitlaufen würden – und ich war eine von ihnen. Anschliessend konnten wir von unserem Hotelzimmer auch etwas vom Eröffnungsfeuerwerk im Central Park sehen. Damit war der New York Marathon 2014 offiziell eröffnet und meine Nervosität stieg auf ein höheres Level. 🙂

New York, New York, wir fliegen nach New York

Als ich vor einem Jahr begann die New York Reise und die Teilnahme am New York Marathon am 02.11.2014 vorzubereiten, konnte ich nicht ahnen, dass wir im Oktober 2014 zwar fliegen, aber nicht als Paar sondern als kleine Familie.

In den letzten Monaten und Wochen wurde ich von vielen ungläubig angeschaut, als ich gesagt habe, dass wir mit dem Kleinen nach New York fliegen. Noch ungläubiger schauten mich die Leute an, als ich sagte, dass ich trotz des kurzen Abstands zur Geburt beim Marathon antreten werde. Wer sich auch nur annähernd mit dem Marathon in New York befasst hat, weiß, dass man dort nicht einfach mal so teilnimmt. Um eine Startnummer zu bekommen, muss man entweder sehr großes Glück haben und wird ausgelost oder man geht gleich, wie ich, über eine Reiseagentur. Auf jeden Fall ist es ein enormer Aufwand, um einer von über 50.000 Läufern zu werden.

Die Vorgeschichte

Im Sommer 2013 hatte ich den Beschluss gefasst, den Marathon im November 2014 in New York zu laufen. Das war schon immer mein Traum und damals hatte ich das Gefühl, dass die Zeit reif war. Also recherchierte ich, wie eine Teilnahme am berühmtesten Marathon der Welt denn möglich wäre. Das Losverfahren war mir zu unsicher, darum habe ich mich letztendlich entschieden, über eine Agentur zu gehen. Das ist sehr kostspielig, aber ich war bereit für diesen Traum zu bezahlen. Eine Woche nachdem die Anzahlung für den Marathon erfolgte, erfuhr ich, dass ich schwanger war.

Die Zweifel

Mit der Schwangerschaft kamen die Zweifel. Ich fing an zu rechnen: Entbindungstermin: 19. August, Marathon: 02. November. Mir blieben 2,5 Monate, um mich auf einen Marathon vorzubereiten. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich anfangs nicht an dem Vorhaben gezweifelt hätte. Zumal Kollegen und Bekannte sagten: „Oh, du bist schwanger. Dann wird das wohl leider nichts mit dem Marathon“. Und je mehr Leute so etwas zu mir sagten, desto mehr wollte ich den Marathon laufen. Der Verstand hegte zwar Zweifel, der Bauch sagte: Mach es. Und auch mein Freund, der ja auch wesentlich an der Entscheidung mittrug, meinte, wenn ich es machen will, unterstützt er mich.

Die Entscheidung

Ich überlegte und wägte Pro und Contra ab. Obwohl bei gesundem Menschenverstand das Contra überwiegte, entschied ich mich für den Marathon und damit für New York. Mir war klar, dass mein Traum sonst für Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte auf Eis läge, würde ich den Lauf nicht 2014 absolvieren. Mit der Entscheidung beschloss ich für mich, dass das Erreichen des Ziels das einzige ist, was ich von mir bei diesem Marathon erwartete. Für mich spielte nun die Zeit keine Rolle mehr. Ich nahm mir vor, so halte ich es auch heute noch, ich laufe soweit ich kann. Und wenn es nur 10, 15 oder 21 km sind. Sollte ich danach erschöpft sein, gehe ich in Walken über. Der New York Marathon ist kein Leistungsmarathon, hier werden keine Bestzeiten gelaufen. Die Leute auf und neben der Strecke wollen vor allem eins: Spass und einen schönen Lauf. Und genau das möchte ich auch.

Das Ziel immer im Blick

Mit der Entscheidung für den Marathon habe ich mich schon in der Schwangerschaft auf die Zeit danach eingestellt, soweit das natürlich möglich war. Ich war im ersten Drittel der Schwangerschaft noch laufen, danach bin ich, bis ca. einen Monat vor der Geburt regelmäßig walken gegangen. Teilweise bis zu 12 km am Tag und immer mit meinen Sporthanteln. Das alles hat mich nicht wirklich angestrengt und für meine Ausdauer war es gut.

Ich muss zugeben, dass ich auch gehofft habe, dass mein Sohn vor dem Termin und nicht nach dem errechneten Termin auf die Welt kommt. Das es eine normale Geburt wird und kein Kaiserschnitt. Das alles waren Hoffnungen, wäre es anders gekommen, hätte ich das als Schicksal gewertet und den Marathon und New York abgesagt.

Die Flüge habe ich beispielsweise erst Ende August gebucht. Als ich sicher war, dass der Kleine gesund ist und seine Entwicklung ohne Probleme verläuft und ein Flug unproblematisch ist. Mein Sohn ist kein Schreibaby und vom Charakter eher ruhig. Für den Hinflug haben wir einen Tagesflug gewählt, so dass er schlafen kann, aber nicht muss. Über United habe ich zusätzlich Plätze mit Babybett gebucht und mich beim Arzt nach den erforderlichen Maßnahmen erkundigt, die bei einem Flug mit Baby notwendig sind. Bis auf Stillen bei Start und Landung gab es aus seiner Sicht nicht viel zu beachten. In Artikeln und Ratgebern gab es auch keine Bedenken mit einem Kind zwischen 3 und 6 Monaten zu reisen. Im Gegenteil, wenn lange Strecken, dann eher, wenn das Kind noch so klein ist, dann bekommt es nicht so viel mit. Nun denn, wie der Kleine die Reise verträgt, können wir erst sagen, wenn wir wieder hier sind, aber ich bin zuversichtlich, dass wir drei keine Schäden davon tragen.

Der Countdown

Wir fliegen nach New YorkMittlerweile ist es nicht mal mehr eine Woche bis zum Abflug. Bis vor wenigen Wochen konnte ich mir das alles noch nicht vorstellen, aber so langsam nimmt die Reisevorbereitung Form an. Wichtige Dinge wie einen transportablen Sterilisator oder die Handmilchpumpe haben wir schon. Reisepass, ESTA und Buchung der familienfreundlichen Sitze beim Flug mit United haben wir auch schon alles. Jetzt müssen wir nur noch schauen, was wir in New York mit dem Kleinen machen. Für mich ist es das 3. Mal, für meinen Freund das 2. Mal, dass wir auf Manhattan Urlaub machen. Klassische Sachen wie Empire State Building oder Besuch vom MoMa oder des Guggenheim Museum werden wir natürlich nicht durchführen. Wir werden wohl eher Zeit bei Toys“R“Us oder im Disney Store verbringen. Das Wetter soll gut werden, darum ist ein Besuch im Central Park auch auf jeden Fall Pflicht.

Es wird sicher ein sehr entspannter Urlaub, bei dem wir nicht das Gefühl haben von morgens bis abends durch New York zu rennen, um ja alle Highlights aus dem Lonely Planet Reiseführer abzuarbeiten. Es wird für uns auch das erste Mal sein, dass wir nicht zur Vorweihnachtszeit in New York sind. Für mich das erste Mal, dass ich das Rockefeller Center ohne den berühmtesten Weihnachtsbaum der Welt sehe. Dafür werde ich aber die Gelegenheit haben, durch Queens, Brooklyn, Bronx, Harlem und Manhattan zu laufen 🙂

Kinderflohmarkt, PEKiP, Babymassage und eine Reise nach New York

Schon wieder ist eine Woche vorbei. Die Zeit rast nur so dahin und unser Kleiner ist nun schon 9,5 Wochen alt, bald werde ich sein Alter in Monaten und nicht mehr in Wochen angegeben. Diese Woche ist wieder viel zu schnell vorbei und so langsam sollte ich hier festhalten, was wir in der Woche alles unternommen und erlebt haben, damit es nicht gänzlich verschwindet.

Die Woche fing am Montag mit meinem Rückbildungskurs sportlich an. Ich bin ehrlich gesagt froh, wenn ich die letzten zwei Mal hinter mir habe, denn ich fühl mich bei den Übungen nicht wohl. Das liegt aber nicht daran, dass ich unsportlich bin, sondern daran, dass ich echte Probleme habe meinen Beckenboden immer konsequent anzuspannen. Im Kurs gibt es dann immer Übungen bei denen unser Becken auf dem Ball liegt und wir Arme und Beine in die Luft strecken sollen. Da kapitulier ich regelmäßig. Die Balance ist nicht mein Ding egal wie sehr ich den Beckenboden oder sonst was anspanne. Naja, bald ist es vorüber und ich freu mich auf mein Fitnessstudio, aber das wird erst Mitte November was.

Ausflug an die IsarDienstag habe ich mich mit einer Mutter auf einen Kaffee und später einen Spaziergang getroffen, deren Kontakt mir meine Hebamme gegeben hat. Da sich aus meinem Geburtsvorbereitungskurs kein Netzwerk ergeben hat, bin ich nun sowohl auf Online Portalen wie NetMoms oder Spontacts unterwegs, als auch über die Kontakte, die ich von meiner Hebamme erhalte. Wenn ihr also in München wohnt und Lust auf einen Spaziergang habt, dann meldet euch gern bei mir. 🙂 Zu der Mutter nochmal: Die Welt ist klein, denn sie ist auch in meinem Rückbildungskurs. Witzig, die Welt ist wirklich klein.

Der Kinderwagen - mein bester FreundAn Mittwoch kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern. 😉 Zeigt mir, wie wichtig es ist, doch hin und wieder was aufzuschreiben. Ach ja, doch. Ich war spazieren – ziemlich lang – mit dem Kleinen an der Isar. Das letzte Mal, dass wir nach 16 Uhr draußen waren. Seit einigen Tagen wird der Kleine ab späten Nachmittag sehr unruhig, hungrig und will nur ins Bett. Für mich bedeutet das nun: Umplanen. Die Spaziergänge machen wir nun vormittags oder gleich nach dem Mittagessen. So viel Flexibilität muss sein.

Am Donnerstag hatte ich den ersten Teil der Babymassage. Ich war voller Vorfreude, obwohl ich nicht wusste was mich erwartet. Nun weiß ich es: Eine Runde voller schreiender Kinder. Die so laut waren, dass auch mein Sohn entschieden hat beim Schreien fest mitzumachen. Ich habe ihn dann gestillt, was mir vor anderen Müttern aufgrund meines Stillhütchen immer noch unangenehm ist. (Memo an mich: Den anderen Müttern soll es doch scheißegal sein, wie ich stille. Auch die haben ihre Baustellen, z. B. das ihr Kind ständig schreit). Der Kurs war geplant von 16:00 bis 17:30 Uhr. Aber nach 16:30 Uhr war Schluss mit Massage, denn mein Kleiner hat sich nicht beruhigt und schrie nonstop. Ich habe ihn versucht zu stillen, aber im Raum war es einfach zu laut für ihn. Also bin ich in den Vorraum gegangen und zack war er ruhig und trank in Ruhe. Mir graut vor den nächsten zwei Mal und ich hoffe es ist so, wie die Kursleiterin sagt: Die Kinder müssen sich erst dran gewöhnen. Die Babymassage mache ich übrigens in der Fabi in Bogenhausen. Die Fabi (Paritätische Familienbildungsstätte München) ist eine Einrichtung, die super viele Kurse und Treffen für junge Familien organisiert. So bin ich zum Beispiel auch jeden Freitag im „Offenen Treff“, dort wird mit den Kindern gesungen und man kann in entspannter Atmosphäre Zeit mit seinem Kind verbringen und sich mit anderen Müttern austauschen. Einfach vorbeigehen und sich überraschen lassen: Ich kann es nur empfehlen.

Bei der Fabi habe ich am Donnerstag auch noch einen Platz für einen PEKiP-Kurs ergattert, durch Zufall. Dieser startet am 07.11.2014. Ich bin schon sehr gespannt, was mich und meinen Sohn da erwartet. Ich werde berichten 🙂

Da die Babymassage den Kleinen sehr angestrengt hat und wir eine unruhige Nacht hatten, war ich am Freitag nicht beim „Offenen Treff“ der Fabi, sondern wollte eigentlich zuhause bleiben. Eine Freundin fragte mich jedoch spontan, ob wir uns treffen könnten. Also habe ich gewartet, bis ich den Kleinen wieder stillen konnte, habe ihn danach in den Kinderwagen gepackt und bin mit ihm in die Stadt gefahren. U-Bahn fahren liebt er genauso wie Auto fahren, was mich sehr erleichtert hat. Mit meiner Freundin sind wir durch den Englischen Garten gelaufen und haben zwei Stunden im Biergarten am Chinesischen Turm verbracht. Dort habe ich meine erste alkoholfreie Maß Bier getrunken. Das war herrlich, kann ich euch sagen. Danach sind wir wieder zurück gelaufen und ich habe beschlossen den kompletten Weg mit dem Kleinen zu laufen, denn das Wetter war herrlich. Er hat davon nichts mitbekommen, denn er hat die ganzen vier Stunden nur geschlafen.

Errungenschaften vom FlohmarktSamstags sind wir gegen 10 Uhr zu den beiden Kinderflohmärkten in Haidhausen aufgebrochen. Es war die Feuertaufe für den Manduca. Das erste Mal, dass ich diesen für eine längere Zeit draußen benutzt habe. Nach kurzem demonstrieren meines Sohnes hat er schließlich nachgegeben und sich in den Manduca schnallen lassen. Nach 10 Minuten hat er geschlafen und ich konnte in Ruhe über die beiden Flohmärkte schlendern. Es war toll und ich habe ein paar schöne Sachen für ihn gefunden. Zudem hat eine ehemalige Kollegin auch dort verkauft und ich konnte endlich wieder jemand aus meiner alten Firma sehen.

Putzen mit dem ManducaDer Kleine hat in dem Manduca so fest geschlafen, dass ich nach dem Flohmarkt noch unsere Wohnung komplett putzen konnte – mit ihm im Manduca festgeschnallt. Würde gern wissen, wie viel Kalorien man beim Putzen verbraucht, wenn man zusätzlich das Gewicht des Sohnes noch ständig mitträgt. Mit dem Sohn im Manduca zu putzen ist aber nicht nur aus Sicht des Kalorienverbrauchs sinnvoll. Sonst musste ich beim Putzen alle fünf Minuten nach dem Kleinen sehen. Mal hat er geweint, mal ist der Schnuller aus dem Mund gefallen, mal war er einfach nur quengelig. In Summe habe ich manchmal für 66 qm 5 Stunden zum Putzen gebraucht. Am Samstag waren es nur 2 Stunden und die Nerven hat es auch geschont.

Gegen 17 Uhr kam mein Freund dann endlich wieder und unsere kleine Familie war nach 2 Tagen wieder vereint. Danach ist er mit dem Kleinen noch in die Badewanne gegangen. Baden machen wir aus Sicherheitsgründen immer nur zu dritt. Mein Freund sitzt in der Wanne mit klarem Wasser und hält den Kleinen und ich wasche ihn. Abends war dann nur noch ein Fernsehabend angesagt. Ich wusste nicht, dass ich es mal als Luxus ansehe, nur auf dem Sofa zu sitzen und in die Röhre zu schauen. 😀

Am Sonntag, also heute, sind wir dann zur Familie meines Freundes nach Augsburg gefahren. Dort waren wieder alle verzückt: Die Großeltern, die Ur-Oma, Tanten und Onkel. Und für meinen Freund und mich heißt es dann auch mal: Zurücklehnen und zuschauen, wie der Kleine von allen gehätschelt und getäschelt wird. Nur stillen muss ich ihn noch selbst 😉

Ach ja und dann habe ich begonnen die Vorbereitungen für unsere Reise nach New York zu treffen. Flug und Hotel sind schon gebucht. Der Reisepass für den Kleinen liegt seit dieser Woche auch bei uns zuhause. Nun geht es an die Feinplanung: Was kann ich in Manhattan mit einem drei Monate altem Baby denn alles anstellen. Genau, eigentlich nicht viel. Ich habe aber viele Artikel im Internet gelesen, die uns bestärken die Reise durchzuführen. New Yorker sollen kinderlieb sein, zudem hat man den Museums- und Sehenswürdigkeiten-Stress nicht, den normale Touristen haben. Für uns gibt es diesmal kein Empire State Building oder das MoMa. Stattdessen entspanntes Chillen im Central Park und ausgiebiges Shoppen im TOYS“R“US‎ am Times Square. Ich bin trotzdem aufgeregt, denn der Countdown läuft: Am 30.10.2014 geht es los. 🙂

Das war meine Woche. Ich hoffe ihr hattet auch eine super Woche und die Zeit mit euren Liebsten genossen.

 

Fritzi der Globetrotter

Ich denke irgendwann fragt jedes Kind wo es denn „entstanden“ ist. Ich bin froh, dass es bei uns nicht das Schlafzimmer oder die Couch war.

Nein Fritzi hat schon in seinen ersten Wochen mehrere tausend Kilometer zurückgelegt, ein Konzert besucht und war auf drei Kontinenten.

San FranciscoIn San Francisco entstand das Projekt Fritzi. Der Stadt von Love, Peace und Happiness. Den Berechnungen zufolge war es ein Tag vor Thanksgiving.

Wäre es ein  x-beliebiges Schlafzimmer in Bielefeld oder München gewesen, dann würde ich mich vielleicht nicht so daran erinnern, aber so finde ich schon, dass die Vorzeichen für ein ganz besonderes Kind schon gegeben sind.

Doch San Francisco war nur der Startpunkt, weiter ging es mit Fritzi als blinden Passagier in die Stadt, die niemals schläft: New York!

Foto 3Noch unbemerkt flog Fritzi mit uns nach New York. Dort war er nachts mit uns auf dem Empire State Building, fuhr mit der Fähre nach Staten Island, besuchte die Grand Central Station und flanierte mit uns über die 5th Avenue und durch SOHO.

Zum krönenden Abschluss des kurzen New York Trips erlebte er mit uns noch das Konzert von Paul Kalkbrenner in der Webster Hall.

Auch das wir die Band „One Direction“ zufällig an der Radio Hall gesehen haben, wird er wohl nicht mehr wissen 🙂

Foto 1-2Nachdem Fritzi doch eher unbemerkt mit uns in Amerika unterwegs, war er in Istanbul nicht mehr zu übersehen. Entgegen meinen Befürchtungen, dass ich Istanbul eher beschwerlich erkunden würde, machte sich Fritzi jedoch gar nicht bemerkbar. Im Gegenteil topfit besuchten wir die Highlights von Istanbul: Hagia Sofia, Blaue Moschee, den Topkapi Palast und den Taksim Platz. Setzten mit der Fähre auf den asiatischen Teil über und liefen über die berühmte Galata-Brücke.

Wenn man keine Risikoschwangerschaft hat und körperlich fit ist, dann ist das Reisen als Schwangere wirklich super und in den Warteschlangen wird man immer vorgelassen – zumindest in Istanbul.

Die nächste Herausforderung in Sachen Reise wartet aber schon auf uns. Im November geht es dann mit Fritzi nach New York 🙂

Autor: Mareike Wüste