Rückbildungskurs in München: Mein persönlicher Erfahrungsbericht

Am Montag hatte ich den letzten Teil meines Rückbildungskurses und muss sagen: Ich bin froh, dass ich es hinter mich gebracht habe. Vielleicht lag es daran, dass ich wirklich gleich nach 6 Wochen, also den frühestmöglichen Termin gewählt habe. Vielleicht lag es an der eher unterkühlten Kursleitung. Vielleicht aber auch daran, dass die Kinder nicht mit integriert wurden bzw. die Kinderbetreuung nicht so wirklich funktioniert hat. An den Übungen selbst lag es wohl eher nicht.

Die Wahl des Kurses

RückbildungskursDa ich mit dem Geburtsvorbereitungskurs der Hebammengemeinschaft im Kriechbaumhof gute Erfahrungen gemacht habe, entschied ich mich auch beim Rückbildungskurs für die Hebammengemeinschaft. Neben der Erfahrung aus anderen Kursen habe ich diesen auch wegen der Kinderbetreuung gebucht. Ganz einfach weil sowohl die Eltern meines Freundes (Augsburg), als auch meine Eltern (Leipzig), nicht einfach so mal auf mein Kind aufpassen können. Auch können wir auf keine Verwandtschaft oder Bekannte zurückgreifen, die einfach mal so unter der Woche tagsüber auf den Kleinen aufpassen können.

Umso erstaunter war ich, dass ein Großteil der Kursteilnehmer dann ohne Kinder aufkreuzten. Den Vogel hat dann eine Frau abgeschossen, die meinte: „So lange die Kinder ruhig sind und man die Trainerin versteht, stören die Kinder nicht.“ Das einzige was ich dachte: „Bitch, please. Dann geh doch in den Abendkurs, der ohne Kinder stattfindet und setz nicht die Mütter unter Druck, die eben nicht mal kurz Omi anrufen können, um das Kind abzugeben.“

Die Kinderbetreuung

Das Dilemma mit der Kinderbetreuung fing schon in der ersten Stunde statt: Es gab nämlich keine. Jede Mutter musste auf ihr Kind selbst aufpassen. Da das Kind in die Übungen nicht integriert wurde, war es einigen Kindern verständlicherweise zu langweilig und sie fingen an zu quengeln. Mein Sohn schlief die komplette Stunde, weil er wahrscheinlich wusste, dass es nichts zu sehen gab. 😉

In der zweiten Stunde war dann eine Schülerin da, die auf die Kleinen aufpasste.

In der dritten Stunde war mein Sohn dann das einzige Kind. Die Trainerin schickte daraufhin die Schülerin nach Hause – mit dem Hinweis „Der Kleine schläft ja sowieso immer und muss deshalb nicht extra betreut werden.“ Zum Glück kam dann noch eine Mutter mit ihrem Kind und die Schülerin musste da bleiben.

In der fünften Stunde war die Schülerin nur im Kurs vor uns da, nicht aber in unserem Kurs, weil sie einen Zahnarzttermin hatte. Somit hatten wir die Kinder dann wieder bei uns. Das Kind einer Mutter hat die ganze Zeit geweint, weshalb sich die Mutter logischerweise dann eben um das Kind kümmerte und somit nicht die Übungen zur Rückbildung machen konnte. Nach der Hälfte der Stunde meinte die Trainerin, dass die Mutter doch dann einfach am Donnerstag nochmal kommen könnte, um die Stunde nochmal nachzuholen. Die Mutter hat aus meiner Sicht das einzig richtige gemacht: Sie ist einfach da geblieben, anstatt dann nochmal am Donnerstag zu kommen.

In der vierten und sechsten und damit letzten Stunde war die Babysitterin dann wieder da und hat sich um die Kinder gekümmert.

Die Übungen

Bevor es mit den Übungen losging, erzählte uns die Trainerin erstmal etwas zum Joggen nach der Geburt und Sit-Ups nach der Geburt. Ihrer Meinung nach, sollten wir mit dem Joggen erst ein Jahr nach der Geburt beginnen und Sit-Ups sowieso vermeiden, weil die nicht gut sind. Da ich vor und im ersten Drittel der Schwangerschaft gelaufen bin, habe ich schon kurz nach der Geburt geschaut, wann ich wieder mit dem Joggen beginnen kann: Der einstimmige Tenor war zwischen drei und sechs Monaten, auf jeden Fall aber nach dem die Rückbildung absolviert wurde. Ich persönlich finde das ein Jahr Pause absolut übertrieben ist. Jede Frau sollte selbst nach ihrem persönlichem Befinden entscheiden. So habe ich zeitnah nach der Geburt mit Walking angefangen und war jetzt schon ein paar Mal joggen. Gestern bin ich knapp 10 km gelaufen und es ging mir großartig. Aber wie gesagt, jede Frau muss das für sich entscheiden. Mit den Sit-Ups und dem Fitnessstudio möchte ich dann wieder Mitte November anfangen.

Zu den Übungen: Wir haben eigentlich fast jede Stunde die gleichen Übungen durchgeführt, was auf der einen Seite vielleicht etwas eintönig war, zumal ich eine Übung wirklich gehasst habe. Auf der anderen Seite merkt man sich die Übungen aber und kann sie zuhause besser durchführen, als wenn man diese nur einmal gemacht hat. Wenn man den Zeit und Lust hat, diese zuhause durchzuführen. Bei mir hapert es aktuell an beidem – gebe ich offen zu. 🙂

Wer keine Zeit für einen Rückbildungskurs hat, findet hier einige Videos und Anleitungen zur Rückbildung:

Mein Fazit

Ich denke der Besuch eines Rückbildungskurses lohnt sich. Beim nächsten Mal werde ich mich aber vorher informieren, ob das Baby mit in den Kurs integriert wird oder ob es „nur“ betreut wird. Vielleicht nehme ich aber auch gleich ein Abendkurs der ohne Kinder stattfindet und mein Freund muss auf das Kind, bzw. beim nächsten Mal, die Kinder aufpassen.

Auf jeden Fall werde ich das nächste Mal eine andere Trainerin wählen und zur Not auch einen Kurs in einem anderen Stadtteil wählen. Wenn ich schon 70 EUR für sechs Kurseinheiten zahle, dann erwarte ich, dass solche Dinge wie Kinderbetreuung zu 100 % funktionieren.

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So überlebte ich das Wochenbett

Der Kleine ist gestern neun Wochen alt geworden und so langsam kehrt bei uns der Alltag ein. Mittlerweile schaffen wir es jeden Tag für einige Stunden aus dem Haus zu gehen, das Einkaufen macht Spaß und der Kleine fängt an sich mit dem Activity Center „Rainforest“ von Fisher Price zu beschäftigen. Nach dem jetzt auch noch die Hebamme nur noch einmal zur Verabschiedung vorbeikommt, kann ich wohl sagen, dass wir das Wochenbett überstanden haben.

Obwohl unsere gemeinsame Zeit mit Stillproblemen und täglichen Besuchen in der Klinik etwas holprig anfing, haben wir es doch schnell geschafft uns aufeinander einzuspielen. Ich habe viele Tipps und Tricks von der Hebamme bekommen, zeitgleich aber auch gemerkt, dass nicht alle Mütter so eine tolle Hebamme haben. Aus diesem Grund möchte ich mich heute im Blog diesen Tipps & Tricks widmen und vielleicht hilft das ja der einen oder anderen von euch.

Wickeltipps:

  • Wattepads statt Feuchttücher: Von Anfang an haben wir auf die feuchten Pflegetücher beim Po reinigen verzichtet, da sie schnell zu Irritationen bei der Haut führen können. Stattdessen haben wir bei dm spezielle Wattepads von Babylove gekauft. Diese sind größer und stabiler als die normalen Pads und in Kombination mit warmen Wasser reinigen sie genauso gut wie die gängigen Feuchttücher und schonen die Haut des Kleinen.
  • Fön: Schon im Krankenhaus hat unser Kleine geschrien wie am Spieß, wenn es zum Wickeln ging. Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein. Unsere Hebamme hat uns dann den Tipp mit dem Fön gegeben. Wenn es ans Wickeln geht, schalten wir immer den Fön auf Stufe 1 an, dass hat den Kleinen sofort beruhigt und er hat nie wieder geschrien
  • Wickelbodys: Ich war jeden Morgen dankbar, dass wir uns gerade in der Anfangszeit für Wickelbodys entschieden haben. Die sind im Gegensatz zu normalen Bodys super einfach zu handhaben, weil man sie nicht über den Kopf ziehen muss. Sehr empfehlenswert sind die Wickelbodys von H&M. 2 Stück kosten 9,99 EUR und sind von der Qualität sehr gut.
  • Wunder Po: Als unser Kleiner einen wunden Po hatte, haben wir entweder Muttermilch auf die wunden Stellen aufgetragen, wenn das nicht geholfen hat, dann Desitin Salbe bzw. Multilind Salbe. Die Wundcreme von Weleda hat nichts gebracht, ebenso wenig die Heilwolle.
  • Weiche Haut: Gerade am Anfang, wenn die Haut trocken und empfindlich ist, muss sie besonders gepflegt werden. Wir haben den Kleinen morgens nach dem Waschen mit Olivenöl aus dem Supermarkt eingerieben. Das hat super geholfen und ist gut verträglich.
  • Baden: Wenn wir den Kleinen baden verzichten wir auf Pflegeprodukte wie z. B. Schaumbad. Stattdessen schütten wir in die Baby-Badewanne 30 ml Muttermilch, das pflegt die Haut.
  • Winde: Bei Blähungen und um Blähungen vorzubeugen, reibe ich den Bauch des kleinen jeden Tag mit Fenchel-Kümmel-Öl aus der Apotheke ein.

Wunde Brustwarzen:

  • Von wunden Brustwarzen und den damit verbundenen Schmerzen kann ich ein Lied singen. Wer sie hat, weiß das jede Berührung weh tut. Um den Kontakt mit Stoff oder den Stilleinlagen zu vermeiden, habe ich auf Auffangschalen von Meleda zurückgegriffen. Diese habe ich einfach statt der Stilleinlagen verwendet. Die Brustwarzen waren geschützt, weil die Plastikschalen keine Reibung zugelassen haben und die Warzen so abheilen konnten.
  • Wenn die Brustwarzen wund sind und keine offenen Stellen haben, ist Heilwolle super geeignet. Ich lege sie mir in die Stilleinlagen und das hilft zur Beruhigung der Brustwarzen. Mittlerweile sind meine Brustwarzen wieder gesund und schmerzfrei

Frische Luft:

  • Wie überall gehen hier wohl auch die Meinungen auseinander. Ich musste aufgrund der Gelbsucht schon am ersten Tag mit dem Kleinen wieder an die frische Luft, um zur Klinik zu laufen. Geschadet hat es ihm nicht
  • Die Ärzte haben mir empfohlen den Kleinen so oft wie möglich nach draußen zu bringen. Das Licht hilft gegen die Gelbsucht. Direkte Sonneneinstrahlung ist aber zu vermeiden.
  • Alternativ kann der Kleine auch hinter dem Fensterglas ins Licht gestellt werden, wenn es nicht zu heiß ist
  • Ich war mit dem Kleinen schon sehr früh jeden Tag einkaufen oder spazieren. Geschadet hat es ihm nicht, nur mehr Hunger hat er dadurch bekommen 🙂

Kleidung:

  • In verschiedenen Foren habe ich gelesen, dass es bei der Erstausstattung reicht, wenn man mit Größe 56 beginnt. Das war bei uns leider nicht so. Ich hatte vorsichtshalber auch vier Bodys in Größe 50 gekauft und unser Sohn hat diese ca. 5 Wochen!! getragen. Nun pendelt er zwischen 56 und 62.
  • Hatte ich schon die Wickelbodys erwähnt?
  • Wer günstig nachkaufen möchte, der wird bei ebay fündig. Dort werden immer ganze Kleidungssets für niedriges Geld angeboten.
  • Wenn ihr wissen wollt, ob der Kleine zu warm angezogen ist, hilft der Griff an seinen Nacken. Wenn es dort warm ist, ist er zu dick angezogen.

Schlafen:

  • Unser Kleiner wollte lange nicht einschlafen. Das war neben dem Stillen die größte Baustelle in den ersten Wochen. Je später es wurde, desto unruhiger wurde er. Wir haben ihn dann rumgetragen, gefüttert, uns mit ihm ins Bett gelegt, ihn geschaukelt und was vorgesungen. Nichts hat wirklich funktioniert. Irgendwann haben wir ihn dann mal mit einem Mullwindel
    gepuckt und zack war es das mit den Einschlafproblemen
  • Mullwindel statt Pucksack: Bis heute verwenden wir eine große Mullwindel das wir um ihn legen, danach kommt er in den Schlafsack. Das hat die gleiche Wirkung wie ein Pucksack.
  • Zudem mussten wir alle Nester auch an der Wiege abmachen, da der Kleine sonst nicht schlafen wollte. Jetzt wo er immer alles sehen kann, schläft er auch 🙂

Online Shopping:

  • Seit wir zu dritt sind, kaufen wir bestimmte Sachen nur noch online. Dazu gehören Windeln, Stilltee, Bockshornkleekapseln, Milupa, eben alles, was nicht schnell schlecht wird. Die Ersparnis gegenüber dem Einzelhandel ist enorm. So kostet der Stilltee von Weleda im Einzelhandel 4,45 EUR und online nur 2,99 EUR. Da man eine Packung pro Woche verbraucht, kommt da schon ordentlich was zusammen.
  • Von Anfang an nutzen wir Pampers Windeln und sind damit sehr zufrieden. Ab und an gibt es bei baby-markt.de ein Angebot bei dem die Packung Pampers nur 1,99 EUR kostet.
  • Zudem lohnt sich die Anmeldung bei Baby-Clubs, z. B. die von Rossmann und dm. Hier haben wir tolle Produkte für den Kleinen bekommen.

Aufbau eines Netzwerks von Müttern

  • Hier kann ich nur empfehlen sich rechtzeitig darum zu kümmern. Ich würde in der nächsten Schwangerschaft wohl nur einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen, der über mehrere Abende geht. Dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man dort jemanden kennenlernt. Ich habe in der Schwangerschaft nur einen Wochenendkurs besucht und daraus haben sich keine Kontakte ergeben. Jetzt suche ich über Netmoms oder meine Hebamme nach Kontakten zu anderen Müttern 🙂

Die Liste ist sicher nicht vollständig und ich denke, dass jede Mutter ihre Tipps & Tricks hat, wie sie die ersten Wochen gut mir dem Baby „überstanden“ hat. Ich habe jeden Tag genossen und viel gelernt. Die Zeit im Wochenbett schön und einzigartig, das sollte man geniessen.

Schwangerschaftswoche 38: Und plötzlich bin ich Mama!

little NepomukSeit dem letzten Beitrag sind einige Wochen ins Land gegangen und in meinem Leben hat sich einiges getan. Gestern vor genau drei Wochen kam unser Sohn auf die Welt und hat unser bisheriges Leben komplett umgekrempelt.

Ich hatte 38 Wochen Zeit mich auf die Geburt vorzubereiten und doch hatte ich das Gefühl als es soweit war, auf gar nichts vorbereitet zu sein. Ich will nicht näher auf die Geburt eingehen, aber vom vorzeitigen Blasensprung bis zum Zeitpunkt an dem die Hebamme meinen Sohn auf meine Brust gelegt hat, sind 32 Stunden vergangen.

32 Stunden, die zum Großteil aus Warten bestanden und erst die letzten 10 Stunden als die Wehen einsetzen, waren wirklich spannend und schmerzhaft. Es war sicher eine Geburt, bei der ich fast alles mitgenommen habe – inklusive dem Krabbeln auf das Bett, das mich zum Not-Kaiserschnitt fahren sollte, um dann 15 Minuten später doch wieder aufs Kreißsaal-Bett zurückzukrabbeln.

Als der Kleine dann auf meiner Brust lag, konnte ich vor Freude nicht weinen und habe in dem Moment auch nicht das Gefühl gehabt, dass dieser Moment einmalig sein wird. Ich war einfach zu kaputt und am Ende meiner Kräfte. Meine einzigen Gedanken im Kreißsaal: „Gott sei Dank sieht er gesund aus“ und „Bei der nächsten Geburt mache ich einen Kaiserschnitt“.

Ich habe mich wirklich gefreut, dass er auf der Welt war, aber mir wurde auch bewusst, dass jetzt nichts mehr so ist, wie drei Tage zuvor. Ich fühlte mich plötzlich noch gar nicht bereit und hätte mir mehr Zeit gewünscht – als wenn 38 Wochen nicht Zeit genug gewesen wären. Zudem bin ich auch schon 33 und kann nicht behaupten, mein Leben nicht schon exzessiv ausgekostet zu haben. Trotzdem waren die Zweifel stärker als die Freude: Schaffe ich das? Schaffen wir das gemeinsam? Kann ich ihn stillen? Kann ich erkennen, ob es ihm gut geht? Verstehe ich ihn?

IMG_7450Heute, gut drei Wochen nach der Geburt bin ich einfach nur glücklich, wenn ich ihn ansehe, bin ich so verliebt und frage mich, wie ein Baby so wunderbar, schön und lieb sein kann. Das war nicht immer so: Die ersten zwei Nächte im Krankenhaus habe ich überhaupt nicht geschlafen.

Ich habe nicht verstanden, warum er geschrien hat. Ich habe ihn fast nonstop gestillt und ihn in mein Bett geholt. Ich war verunsichert und reserviert und ich glaube, dass er das gemerkt hat.

Obwohl die Klinik und das Personal super waren, wollte ich nur nach Hause – zu meinem Freund, in unsere Wohnung, in meine Privatsphäre. Aber auch die erste Woche verlief nicht optimal: Ich durfte nicht stillen und musste abpumpen, weil meine Brustwarzen stark entzündet waren. Die Nächte waren kurz und die Tage anstrengend. Ich hatte keinen Hunger, meine Kräfte waren aufgebraucht, seit Tagen hatte ich kaum geschlafen. Meine Nerven waren am Boden und wenn der Kleine geschrien hat, wusste ich nicht was ich machen sollte. Ich fühlte mich schrecklich und war froh, dass mein Freund Urlaub hatte und wir die ersten zwei Wochen gemeinsam Zuhause verbrachten.

IMG_7487Die zweite Woche wurde besser. Ich verbrachte mehr Zeit mit dem Kleinen und wurde langsam entspannter. Langsam durfte ich auch wieder stillen, mit ein paar Tagen Pause, aber ich durfte wieder stillen. Auch wenn es ab und an ein Kampf war, so bin ich froh, dass der Kleine die Saugtechnik nicht verlernt hatte und gleich wieder von der Flasche auf die Brust wechseln konnte – sowie von der Brust auf die Flasche. Auch die Nächte wurden besser und teilweise hat sich unser Kleiner nur 02:00 Uhr und 05:00 Uhr gemeldet, was ich absolut super finde. So langsam fing ich auch wieder an Schlaf zu finden und mit dem geregelten Schlaf kam auch die Kraft wieder. Zudem haben mir auch die täglichen Spaziergänge gut getan.

Seit dieser Woche bin ich tagsüber nun allein mit dem Kleinen und ich finde es wunderbar. Wir gehen die Tage ruhig an und lassen uns nicht stressen. Wenn das Wetter schön ist, gehen wir raus. Aber manchmal liege ich mit ihm auch einfach nur auf dem Sofa und döse vor mich hin. Aktuell liegt er wieder auf meinem Oberkörper und ich kann hier meinen Blogbeitrag schreiben.

Processed with VSCOcam with t1 presetJetzt denke ich oft an die Geburt und den Moment als die Ärzte ihn hochgehoben und mir auf die Brust gelegt haben. Heute geht mir dieser Moment mehr ans Herz als kurz nach der Geburt. Ich liebe diesen kleinen Menschen von Tag zu Tag mehr und freue mich über jede Minute mit ihm. Er ist nun der Mittelpunkt unserer kleinen Familie und ich stehe nachts gern für ihn auf, um ihn zu stillen oder zu wickeln. Es macht mir nichts aus, wenn er mich so beschäftigt, dass ich mein Mittagessen erst am Nachmittag oder Abend zu mir nehme.

Ich genieße die Zeit und beschränke die Arbeiten im Haushalt auf ein Minimum, denn der Kleine braucht mich jetzt mehr. Auch wenn ich jetzt noch immer nicht sofort weiß, was ihm fehlt wenn er schreit, so bin ich doch nicht mehr so verunsichert wie am Anfang. Meist nehme ich ihn dann einfach in den Arm oder krabble in sein BabyBay und dann ist es meist auch wieder vorbei mit dem Schreianfall.

Für mich ist unser Kleiner das tollste und schönste Baby der Welt 🙂

Geburtsvorbereitungskurs: Teil 2 – Das Wochenbett

Nach dem wir am Samstag im Geburtsvorbereitungskurs das Thema Geburt durchgesprochen hatten, widmete sich Hebamme Eli am Sonntag dem Thema Wochenbett.

Doch bevor unser illustrer Gesprächskreis startete, zeigte uns Eli noch den Anfang von dem Dokumentarfilm „Der erste Schrei“. Der Film befasst sich eingehend mit dem Thema Geburt und zeigt, dass trotz der kulturellen Unterschiede weltweit die Geburt an sich immer gleich abläuft und im Idealfall immer ein kleines schreiendes Etwas am Ende rauspurzelt. Wir haben uns abends den Film zuhause in voller Länge angesehen und er war wirklich sehr toll und hilft sehr dabei, sich der Geburt noch mehr anzunähern.

Doch zurück zum Tag 2, der dem Wochenbett gehörte. Einen ganz großen Bereich nahm das Thema Stillen ein und so bot es sich an, dass wir mit einem Film begannen, der sich mit dem Stillen und der Bedeutung von frühem Kontakt zwischen Mutter und Baby befasste. Obwohl der Film aus den 90ern ist, hat er aus meiner Sicht an seiner Aktualität nichts verloren. Noch in den 80er Jahren war es normal, die Babys gleich von der Mutter zu trennen. In Norwegen durften die Mütter die ersten 24 Stunden ihr Kind nur durch die Glastüre sehen und die Kinder somit auch nicht stillen.

Heute ist das zum Glück anders und ich glaube es gibt in Deutschland kein Krankenhaus, was nicht da Bonding praktiziert, den sofortigen Körperkontakt zwischen Neugeborenem und Mutter gleich nach der Geburt.

Auch Eli vertritt die Ansicht, dass nichts am Anfang wichtiger ist, als der sehr intensive Kontakt zwischen Baby und Mutter. Gerade in den ersten vier Wochen ist diese Bindung nehmen der Atmung und der Nahrungsaufnahme für das Baby und die weitere Entwicklung lebensnotwendig. Sie empfiehlt uns auch nicht nur den Körperkontakt, sondern vor allem auch den Hautkontakt, d. h. ruhig in der Wohnung auch mal oben ohne rumlaufen und das Baby die Haut der Mutter spüren zu lassen.

Der intensive Kontakt soll sich zudem positiv auf das Stillen auswirken, was ich stark hoffe, denn vor nichts habe ich mehr Angst, als wenn es mit dem Stillen nicht klappt. Ich sehe mich schon vor YouTube sitzen und Lehrvideos für das Stillen studieren. Mit dem Stillen ist es wohl wie mit Radfahren oder Schwimmen: Theorie ist das eine, die Praxis eine ganz andere. Aber wie bei den anderen beiden Dingen, ist wohl auch Stillen vor allem eine Frage der Technik. Ich hoffe das ich im Rechts der Isar Unterstützung von Schwestern und Hebammen bekomme und sie gerade am Anfang zeigen, wie man es richtig macht. Auch wenn Eli das im Kurs super erklärt hat und wir verschiedene Stillpositionen getestet haben, bin ich doch über jede Unterstützung froh. 🙂

Der zweite Tag befasste sich jedoch nicht nur mit Stillen, sondern auch mit der Babypflege und dem Tragen des Babys. Hier also die wichtigsten Erkenntnisse, die ich am Sonntag mitgenommen habe:

Erkenntnis #1: Bonding

  • Von Anfang wert auf engen Kontakt mit dem Baby legen, d. h. das Baby regelmäßig zu berühren, durch die Gegend tragen und mit ihm kuscheln
  • Körperkontakt und Hautkontakt sind sehr wichtig, d. h. soviel wie möglich „oben ohne“ mit dem Baby durch die Wohnung laufen
  • Die ersten zwei Wochen als „Babyflitterwochen“ nutzen. Die Zeit so freihalten, dass sich die kleine Familie intensiv miteinander beschäftigen kann. Zur Not müssen Freunde & Verwandte sich eben zwei Wochen gedulden oder die Besuchszeit auf ein Minimum reduzieren
  • Gerade die erste Zeit sollte ruhig und langsam angegangen werden, damit sich alle aneinander gewöhnen können

Erkenntnis #2: Stillen

  • Gleich von Beginn an Stillen, auch wenn es anstrengend ist und das Kind immer wieder einschläft oder die Milch nicht richtig einschießt
  • Das Baby trinken lassen, sobald es durch Suchen anzeigt, dass es Durst hat. Das Baby findet mit etwas Hilfe selbst zu den Brustwarzen, da diese in der Schwangerschaft dunkler geworden sind und sich damit vom Körper abheben
  • Bei Problemen mit dem Stillen immer die Hebamme um Rat fragen
  • Immer beide Brüste abwechselnd anbieten, um einen Milchstau in einer Brust zu vermeiden
  • Um nicht den Durchblick zu verlieren, bindet man sich einfach immer ein Haargummi um das Handgelenk, wo man zuletzt gestillt hat. Wird mein erster Haargummi als Kurzhaarige 😉
  • Bei Milchstau hilft Quark oder Weißkohl, der auf die Brust geschmiert bzw. gelegt wird
  • Das Baby braucht am Anfang Zeit und kann nicht innerhalb von 15 Minuten gestillt werden. Eli meinte, wir sollten bis zu 40 Minuten einplanen
  • 10 Stunden am Tag werden wir laut Eli mit Stillen verbringen
  • Wenn das Baby zu viel schläft und nur alle 4 – 5 Stunden an die Brust möchte, dann muss es alle 2 Stunden geweckt werden, da es sonst zu viel Zeit verliert und Probleme mit der Gewichtsentwicklung bekommt
  • Auf bequeme Haltung achten und schauen, dass das Baby den Kopf nicht drehen muss, um an die Brust zu kommen
  • Das Ausprobieren von mehreren Stillpositionen (Rückengriff, Wiegegriff, Stillen in der Seitenlage oder Hoppe-Reiter-Sitz) – was ich als besonders hilfreich empfand

Erkenntnis #3: Babypflege

  • Wie der Wickelgriff funktioniert und man Windeln wechselt habe ich an diesem Tag gelernt
  • Das Kind möglichst schnell aus- und wieder anzuziehen hat bei der Puppe, die sich nicht wehren konnte eigentlich super geklappt
  • Feuchttücher und Puder gehören nicht zur guten Ausstattung für Babies. Für unterwegs können statt der Feuchttücher auch spezielle Wattepads für Baby mit Mandel- oder Calendulaöl getränkt und damit der Windelbereich sauber gemacht werden.
  • Das Baby immer komplett abtrocknen, auch in den kleinen (süßen) Speckfalten, um Entzündungen zu vermeiden
  • Ab und an kann das Baby auch mal eine Weile nackt bleiben, damit gerade der Windelbereich gut durchlüftet wird
  • Babys sollten erst in die Wanne, wenn die letzten Reste der Nabelschnur weg sind
  • Das Wasser für die Wanne sollte mindestens 38 Grad haben, die Wanne sollte sicher und bequem für die Mutter stehen, d. h. entweder auf dem Küchentisch, dem Fußboden oder auf einem speziellen Gestell. Die Babywanne in die normale Wanne zu stellen, wird für die Zeit des Badens sehr unbequem für die Mutter
  • Vor dem Baden sollte die Mutter ein großes Handtuch über den eigenen Oberkörper legen, damit das Baby nach dem Baden direkt eingewickelt werden kann
  • Beim Baden das Baby zuerst ans Wasser gewöhnen, d. h. mit den Beinchen zuerst, es auch kurz planschen lassen und dann langsam ins Wasser setzen, dabei das Baby immer mit der Hand am Rücken abstützen. Wir haben uns einen speziellen Einsatz für die Babywanne gekauft, auf dem das Baby ruhig liegen kann, aber ich denke es geht auch ohne
  • Wer keine Babywanne hat, kann das alles auch im Waschbecken machen
  • Das Wasser sollte entweder klar sein, d. h. ohne Schaumbad, alternativ können auch ein paar Tropfen Muttermilch mit ins Wasser gegeben werden
  • Der Kopf wird zuletzt gewaschen (immer das Wasser am Hinterkopf runter laufen lassen), da über den Kopf die meiste Wärme verloren geht
  • Babys lieben Massagen, hier dann einfach nach der Wanne ein paar Tropfen Öl in den Handflächen verteilen und danach das Baby massieren

Erkenntnis #4: Babytransport

  • Natürlich haben wir auch die verschiedenen Möglichkeiten geübt, wie ein Baby hochgehoben wird
  • Wichtig ist immer, dass der Kopf nie nach hinten fallen kann, warum Babies in der ersten Zeit immer seitlich hochgehoben werden
  • Wer wollte, konnte auch das Wickeln von einem Tragetuch ausprobieren. Wir haben für uns schon beschlossen, dass wir wohl einen Manduca nehmen werden, denn ich denke bei einem selbstgewickelten Tragetuch immer an die Hebamme aus einem der vielen Informationsabende, die meinte: Stellen Sie sich vor, sie stehen bei strömenden Regen auf dem Parkplatz und versuchen ein Tragetuch von 3 Meter Länge um Ihren Körper zu wickeln

Broschüren zum KursNeben diesen Basics gab es natürlich noch viele Tipps und Tricks von Evi. Zudem konnten wir uns Still-BH, Pumpen, Schnullern, Windeln und viele weitere nützliche Utensilien anschauen, anfassen und Evi noch zu verschiedensten Themen löchern.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass sich die zwei Tage voll und ganz gelohnt haben. Ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat, ans Herz legen, so einen Kurs zu besuchen. Auch wenn es ohne ihn auch gehen würde, so beruhigt so ein Kurs doch ungemein und schafft Transparenz und Sicherheit bezüglich Geburt und Wochenbett. 🙂